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Wirtschaft Schecks für die Kanadier
Nachrichten Wirtschaft Schecks für die Kanadier
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19:14 13.11.2018
Das Johnson-Controls-Werk in Hannover Quelle: JCI
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Hannover.

Wenn Finanzinvestoren sich Milliarden von Dollar leihen, um damit eine Firma zu kaufen, schrillen bei Beschäftigten oft die Alarmglocken. Schließlich müssen die Übernommenen in der Regel in den nächsten Jahren die Kredite abstottern. In der Europazentrale der Batteriesparte von Johnson Controls in Hannover blickt man dem nun angekündigten Verkauf an kanadische Investoren jedoch entspannt entgegen.

Tatsächlich gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Lage der Beschäftigten sich verschlechtern wird. Sie sind es längst gewohnt, immer effizienter zu produzieren, um am Ende ihre Gewinne nach Übersee zu überweisen. Ob der Scheck an Johnson Controls in Milwaukee oder an Finanzinvestoren in Kanada adressiert wird, dürfte ihnen gleichgültig sein.

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Auch die Geschäftsaussichten geben keinen Grund zur Sorge. In Hannover laufen moderne Start-Stop-Batterien vom Band, die immer beliebter werden. Und nach aktuellem Stand kommen auch Elektroautos nicht ohne Starterbatterie aus.

Hinzu kommt, dass Johnson Controls viel Geld in Hannover investiert hat, auch kurz vor dem Beginn des Verkaufsprozess noch. Deshalb gehört die Fabrik nun zu den modernsten Batteriewerken der Welt. Für die Amerikaner hat sich das gelohnt, sie verdienen mit dem Verkauf sogar noch eine Milliarde mehr als von Analysten erwartet.

Zu hoffen ist, dass auch die künftigen Eigentümer investieren, statt nur Profite abzugreifen. In ihrer Mitteilung zum Kauf versprechen sie ein „langfristiges Engagement“. Erst in einigen Jahren wird sich zeigen, wie ernst sie das meinen.

Von Christian Wölbert