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Wirtschaft Russischer Unternehmer interessiert sich für Karstadt
Nachrichten Wirtschaft Russischer Unternehmer interessiert sich für Karstadt
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19:31 30.05.2010
Das Warten auf einen Investor für Karstadt setzt sich fort.
Das Warten auf einen Investor für Karstadt setzt sich fort. Quelle: dpa
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Zum Inhalt wollte er sich nicht äußern.

Bislang lagen drei Kaufangebote vor, und zwar von der Investmentfirma Triton, dem Investor Nicolas Berggruen und dem Vermieterkonsortium Highstreet. Nach einem Bericht des Magazins „Spiegel“ will nun auch eine Gruppe unter Führung des St. Petersburger Unternehmers Artur Pachomow alle Geschäftsanteile für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erwerben.

In dem Angebotsschreiben heiße es, das von ehemaligen Karstadt-Managern beratene Konsortium beabsichtige „der Karstadt Warenhaus AG nach Übernahme der Geschäftsanteile liquide Mittel“ für die Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts 2010 zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus solle, „beginnend in 2011, durch Investitionen in einer jährlichen Größenordnung von 80 Millionen Euro die Karstadt Warenhaus AG langfristig gesichert werden“.

Strategisches Ziel des Investments ist es den Angaben zufolge, die wirtschaftliche Basis des Unternehmens „durch punktuelle Internationalisierung des Warenhausgeschäftes an attraktiven Standorten außerhalb Deutschlands zu verbreitern“. In St. Petersburg stehe bereits eine geeignete Immobilie zur Verfügung.

Goldman-Sachs will dem Vernehmen nach 30 Millionen Euro für Karstadt bezahlen. Die US-Investmentbank hält demnach 51 Prozent am Vermieterkonsortium Highstreet. In den nächsten fünf Jahren wolle Highstreet Karstadt insgesamt 230 Millionen Euro Mietzahlungen erlassen. Investor Nicolas Berggruen laut „Spiegel“ 70 Millionen Euro für Karstadt ausgeben und 240 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren investieren. Berggruen fordere im Gegenzug Zugeständnisse der Vermieter. Triton will insgesamt eine halbe Milliarde Euro in die Kaufhauskette stecken.

Der Karstadt-Gläubigerausschuss hatte am Freitag nach mehr als siebenstündiger Beratung die Entscheidung über die drei vorliegenden Kaufangebote auf den kommenden Montag vertagt. Insolvenzverwalter Görg schloss unterdessen ein Scheitern des Verkaufs weiter nicht aus: „Bieter, Vermieter und die Gewerkschaft müssen sich in den nächsten Tagen zusammenraufen, sonst war’s das“, sagte er am Sonntag.

Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt, wollte keinen Favoriten benennen. „Der Investor, der Karstadt mittel- bis langfristig nachhaltig eine Zukunft bietet, und insbesondere natürlich den Arbeitsplätzen – ich glaube, das wird dann derjenige sein, der auch Karstadt haben soll“, sagte Patzelt, der als Vertreter der Belegschaft im Gläubigerausschuss sitzt, am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

ap / afp

30.05.2010
30.05.2010
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