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20:51 06.01.2015
Von Albrecht Scheuermann
Das fünfte Rekordjahr in Folge: 
Rolls-Royce steht glänzend da.
Das fünfte Rekordjahr in Folge: 
Rolls-Royce steht glänzend da. Quelle: Jason Szenes/dpa
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Wer viel Geld hat oder ein wichtiges Amt ausübt, fährt gern eine große Limousine der Marken Mercedes, BMW oder Audi. Doch den ganz Reichen sind sogar diese teuren Autos noch zu billig, sie lassen sich lieber in einem Rolls-Royce chauffieren. Die britische BMW-Tochter hat ein Rekordjahr hinter sich – auch dank der Rubel-Krise in Russland. Vermögende Russen kauften mehr britische Edelkarossen als je zuvor, um ihr Geld wertbeständig anzulegen.

„Das fünfte Rekordjahr in Folge sah Rolls-Royce erstmals in seiner 111-jährigen Geschichte die Marke von 4000 verkauften Autos durchbrechen“, jubelte am Dienstag Unternehmenschef Torsten Müller-Ötvös. Insgesamt verließen 4063 Luxuswagen der Typen Phantom Ghost oder Wraith das Werk Goodwood. Das war ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013. Seit dem Jahr 2009 hat sich der Absatz damit mehr als vervierfacht.

„Ein außergewöhnliches Rekordjahr“

Die größten Zuwächse verbuchte die britische Traditionsmarke in der Region Europa mit durchschnittlich plus 40 Prozent. Hier wirkte sich auch der massive Wertverfall des Rubel aus, der in Putins Reich die Verkäufe befeuerte. „Das haben wir gemerkt. Es war ein außergewöhnliches Rekordjahr auch in Russland“, sagte der deutsche Rolls-Royce-Chef. Allerdings liefen die Geschäfte in anderen Regionen ebenfalls glänzend. In Nordamerika gingen die Verkaufszahlen um 30 Prozent in die Höhe, im Mittleren Osten trotz Krieg, Krisen und Ölpreisverfall um 20 Prozent. Einzelne Länder wie Bahrain oder Kuwait bezogen sogar rund 50 Prozent mehr Autos mit der berühmten „Spirit of Ecstasy“ als Kühlerfigur. Aber auch in Deutschland war sie sehr beliebt. Hier stiegen die Verkäufe um 30 Prozent.

Das Unternehmen produziert seit dem Jahr 2003 in dem unter BMW-Ägide neu errichteten Werk Goodwood bei Chichester in Südengland. Dort arbeiten heute nach Unternehmensangaben mehr als 1500 Leute, etwa 200 mehr als vor eineinhalb Jahren.

Ende der Neunzigerjahre hatte der bayrische Autobauer die Rolls-Royce Motors kaufen wollen, wurde jedoch vom VW-Konzern überboten. Allerdings hatte dieser sich nicht die Marke gesichert, sodass BMW in ihren Besitz kommen konnte. Lediglich die Rechte am Kühler und der Kühlerfigur mussten die Bayern den Wolfsburgern abkaufen. VW konzentrierte sich auf die einstige Rolls-Royce-Schwestermarke Bentley. Rolls-Royce Motors wurde offiziell in Bentley Motors Limited umbenannt. Die VW-Tochter sitzt in Crewe, Cheshire, wo seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Autos der Marken Rolls-Royce und Bentley gefertigt wurden.     

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