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Wirtschaft Region Hannover büßt ihre Zukunfstfähigkeit ein
Nachrichten Wirtschaft Region Hannover büßt ihre Zukunfstfähigkeit ein
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15:05 15.11.2010
Anders als Wolfsburg und Braunschweig steht die Region Hannover im Zukunftsatlas schlechter da als zuvor.
Anders als Wolfsburg und Braunschweig steht die Region Hannover im Zukunftsatlas schlechter da als zuvor. Quelle: Ralf Decker
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Die Region Wolfsburg/Braunschweig ist die zukunftsfähigste in Niedersachsen und ganz Norddeutschland. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Zukunftsatlas des „Handelsblatt“ und des Schweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Prognose hervor.

Bundesweit wurden 412 Städte und Kreise anhand von 29 Indikatoren unter die Lupe genommen. Die meisten Zukunftschancen hat die kreisfreie Stadt Wolfsburg, die auf Platz 8 (2007: Rang 22) landete. Die ebenfalls kreisfreie Stadt Braunschweig ist mit Platz 22 (48) ebenfalls in der Gruppe der 30 Standorte mit „sehr hohen Zukunftschancen“ vertreten. Auf Platz 71 folgt das Emsland. Ansonsten sieht es in Niedersachsen und Bremen eher mau aus.

Es ist nach 2004 und 2007 der dritte Zukunftsatlas der Regionen dieser Art. Ausgewertet wurden Daten zum Arbeitsmarkt, zur Bevölkerungsentwicklung, zur sozialen Lage und zur Wirtschaft. Die Auswertung weist laut Prognos daraufhin, dass die Kluft zwischen starken und schwachen Regionen zunimmt. Es zeichnet sich auch Comeback der Großstädte ab, die wieder als Wohnorte beliebter werden. Generell schlägt sich der seit langem diskutierte Wandel in der Demografie nieder, der weniger Bevölkerungszuwachs bedeutet.

Insgesamt steht die Stadt München an Platz 1 des Rankings. Beim Faktor Dynamik steht der niedersächsische Spitzenreiter Wolfsburg allerdings bundesweit an Platz 1. Verantwortlich dafür dürfte der Autobauer Volkswagen sein. Schon immer heißt es Wolfsburg: „Wenn VW hustet, hat die Stadt Grippe“ - derzeit dürfte der umgekehrte Fall gelten: „Wenn VW Erfolg hat, strahlt die Stadt.“ Da unter den sieben von Prognos ausfindig gemachten Zukunftsfeldern auch die Automobilbranche zählt, kann Wolfsburg und damit die Region entspannt nach vorn schauen.

Die Nachbarstadt Braunschweig, zweitplazierte Stadt in Norddeutschland, profitiert laut Prognos auch von der in vielen Teilen Deutschlands zu beobachtenden Landflucht. „In 23 Regionen hat die Zahl der Bevölkerung zugelegt, davon in 16 Städten, eine ist Braunschweig“, sagte Peter Kaiser von Prognos.

Etwas anders sieht es in der Region Hannover aus, die nur auf Platz 160 (129) landete. Die Region - die Landeshauptstadt allein betrachtet, würde laut Prognos vermutlich etwas besser dastehen - hat in allen Kategorien im Vergleich zu 2007 verloren. Auch andere niedersächsische Großstädte sind abgerutscht, Osnabrück zum Beispiel auf Platz 153 (115), Oldenburg auf 84 (70).

Weit abgeschlagen belegt Bremen den Platz 291 (211). „Im Mittelfeld liegen die Städte allerdings sehr nah beieinander“, sagte Peter Kaiser von Prognos. Bremen werde vor allem durch den sozialen Indikator - in der Hansestadt beziehen viele Menschen Hartz IV - und durch die hohe Verschuldung nach unten gezogen. In der Dynamik - zum Beispiel in der Entwicklung des Arbeitsmarktes - stehe die Stadt gar nicht so schlecht da, nämlich auf Platz 50.

Recht gut steht das Emsland da, einer von bundesweit nur sieben Landkreise mit - wenn auch nur leichtem - Bevölkerungszuwachs. Mit einem zwölfprozentigen Beschäftigungszuwachs nimmt der Kreis in dieser Kategorie sogar eine Spitzenstellung ein. Die Landkreise und Städte im Harz müssen hingegen mit Sorge in die Zukunft schauen. Osterode ist zum Beispiel von Rang 359 auf 390 gesunken, der Landkreis Goslar sogar von 261 auf 332.

dpa