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Wirtschaft Luxus am Morgen
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21:28 18.03.2014
Von Klaus von der Brelie
Foto: Teurer Spaß: Die Preise für Kaffee und Kakao sind derzeit sehr kostenintensiv.
Teurer Spaß: Die Preise für Kaffee und Kakao sind derzeit sehr kostenintensiv. Quelle: Fotolia
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Hannover

Weil sie Fleischpreise senken und auch Butter wieder billiger verkaufen, handeln sich Aldi und Co. seit Tagen heftige Kritik von Politikern ein. Über eine „Schweinerei“ empört sich sogar der Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, der Grüne Robert Habeck. Das politische Wehgeschrei wird von Tag zu Tag lauter, landauf, landab. Doch ob es berechtigt ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Wer in diesen Tagen die Entwicklung auf den weltweiten Rohstoffmärkten beobachtet und den aktuellen Trend in Deutschland analysiert, der kommt schnell zu einem Ergebnis, das nicht erfreulich ist. Anders ausgedrückt: Der Ärger für viele Verbraucher beginnt gleich nach dem morgendlichen Aufstehen. Das Frühstück mit Orangensaft, einer ordentlichen Tasse Kaffee, einem Brötchen und guter Butter darauf wird schon bald alles andere als spottbillig sein. Auch ein alternatives Menü am Morgen mit Tee oder Kakao, Cornflakes und Obst könnte demnächst von einigen Verbrauchern als Luxus empfunden werden. Die Ernährungs- und Agrarorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat seit Jahresbeginn für acht typische Frühstücksbestandteile einen Preisanstieg von 25 Prozent ermittelt. „Alles, was zum Frühstück gehört, kostet mehr“, sagt Abdolreza Abbassian von der FAO. Beim Kaffee spricht sie sogar von einem „Preisschock“.

Tatsächlich sind die Preise für Kaffee und Kakao seit Monatsbeginn auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren geklettert. Die Sorge vor einem starken Rückgang des Kaffeeangebots aus Brasilien habe den Preis für die Kaffeesorte Arabica seit Anfang Januar bereits um 80 Prozent steigen lassen, berichten Experten der Commerzbank. Der Grund: Die wichtigsten Kaffee-Anbaugebiete Brasiliens – dem größten Kaffee-Anbauland der Welt – leiden seit Jahresbeginn unter extremer Dürre. Auch das zweitwichtigste Kaffee-Anbauland Vietnam rechnet mit einer deutlich geringeren Ernte.

Nach Einschätzungen der Internationalen Kaffee-Organisation könnte die weltweite Ernte in der Saison 2014/2015 um zwei Millionen 60-Kilo-Säcke zu klein ausfallen. Parallel dazu steigt der Preis für Kakao, weil die Nachfrage steigt und das Angebot weltweit rapide sinkt.

Das sind noch nicht alle Hiobsbotschaften für die preisbewussten Verbraucher: Die Brötchen dürften schon bald noch teurer werden, weil die Krim-Krise und der harte Winter in den USA die Weizen-Preise in die Höhe getrieben haben. Und Milch ist derzeit insbesondere in China und Russland so sehr gefragt, dass sie weltweit teurer wird.

Auch die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verheißen nichts Gutes. Die Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln lag im Februar bei 3,5 Prozent. Besonders krass war der Anstieg im Vergleich zum Februar 2013 bei Molkereiprodukten wie Milch (plus 13,1), Quark (plus 18,4) und Butter (plus 20,5). Nur Eier waren günstiger zu haben. Doch leider machen preiswerte Eier allein kein gutes Frühstück aus.

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