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Wirtschaft Opel-Übernahme sorgt für heftigen Streit zwischen Ländern
Nachrichten Wirtschaft Opel-Übernahme sorgt für heftigen Streit zwischen Ländern
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19:11 22.05.2009
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Opelwerk in Bochum Quelle: Kirsten Neumann/ddp
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Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte eine „Grundentscheidung“ kommende Woche an.

Die vier Ministerpräsidenten mit Opel-Standort in ihrem Land waren am Freitag im Bundeskanzleramt mit den Spitzen der Regierung zusammengekommen, um die Konzepte der drei Bewerber Magna, Fiat und des US-Finanzinvestors Ripplewood für Opel zu bewerten. Danach sagten der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und der hessische Regierungschef Roland Koch (CDU), es gebe eine Präferenz für Magna.

„Wenn man sich die Konzepte anschaut, erfüllt Magna die Bedingungen mit weitem Abstand am meisten“, sagte Koch. Deswegen sei es richtig, „prioritär mit Magna zu verhandeln“. Nach Angaben Becks sei es „gemeinsamer Wille“, die Verhandlungen fortzusetzen, sicher mit einem Schwerpunkt Magna“. Auch Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach sich in der „Frankfurter Rundschau“ klar für Magna aus: Der Zulieferer habe „ein sehr solides Konzept vorgelegt“.

Doch Rüttgers verwies auf die offenbar von Magna geplanten Stellenstreichungen im Werk in Bochum. Medienberichten zufolge will der Zulieferer dort 2200 Jobs abbauen - von 2500 in ganz Deutschland. In Bochum arbeiten 5300 Menschen. Dies sei „nicht akzeptabel“, sagte Rüttgers und nannte das Konzept von Magna „unfair“. Nordrhein-Westfalen könne dem Angebot nicht zustimmen. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte, die kommenden „vier, fünf Tage“ seien entscheidend.

Bundeswirtschaftsminister Guttenberg sagte, es gelte, alle drei Opel-Interessenten „im Spiel zu halten“. Es sei „verwegen“, jemanden abzuschlagen. Noch sei „ein Bündel an Fragen“ zu klären. Bis kommende Woche allerdings „müssen wir eine Grundentscheidung getroffen haben“.

Magna, Fiat und Ripplewood hatten ihre Konzepte bis Mittwoch vorgelegt. Fiat erklärte am Freitag, das Unternehmen wolle bei einer Übernahme von Opel europaweit „weniger als 10.000 Arbeitsplätze“ streichen. Spekulationen, einem Einstieg bei dem Rüsselsheimer Traditionsunternehmen könnten 18.000 Stellen zum Opfer fallen, seien „vollkommen unzutreffend“. Der Abbau der Arbeitsplätze nach einer Übernahme Opels werde schrittweise und über alle europäischen Standorte verteilt stattfinden. Der Stellenabbau in Deutschland falle daher „deutlich geringer aus als spekuliert“ worden sei. Magna will Medienberichten zufolge ebenfalls rund 10.000 Stellen in ganz Europa streichen.

afp