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Wirtschaft Nordzucker fährt Rekordgewinn ein
Nachrichten Wirtschaft Nordzucker fährt Rekordgewinn ein
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17:30 21.03.2012
Quelle: dpa
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Hannover

Hohe Zuckerpreise und ein gestiegener Absatz haben Nordzucker einen Rekordgewinn beschert. Genaue Zahlen veröffentlicht der Braunschweiger Konzern erst Ende Mai bei seiner Bilanzvorlage. Aber unter dem Strich dürften im Geschäftsjahr 2011/12 fast 200 Millionen Euro stehen, wie Konzernchef Hartwig Fuchs im Gespräch mit dieser Zeitung sagte. Verglichen mit dem Vorjahresgewinn von rund 90 Millionen Euro wird sich der Gewinn damit mehr als verdoppeln.

Den bäuerlichen Aktionären von Europas zweitgrößtem Zuckerhersteller ist deshalb eine höhere Dividende sicher. Welche Zahl der Vorstand dem Aufsichtsrat demnächst vorschlagen wird, behielt Fuchs für sich. Es dürfte jedoch sehr wahrscheinlich sein, dass die Ausschüttung mindestens verdoppelt wird. Für 2010/11 hatte Nordzucker 0,46 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Auch die Mitarbeiter sollen von der Profitabilität des Konzerns profitieren. Fuchs hatte eine Erfolgsbeteiligung im Geschäftsjahr 2010/11 eingeführt. Derzeit werde noch über die Höhe verhandelt. Auf jeden Fall können die Beschäftigten laut Fuchs mit einer vierstelligen Summe rechnen. Dank des satten Gewinns seien zudem die Finanzschulden weiter abgebaut worden, von 388 Millionen auf unter 300 Millionen Euro.

Die Entscheidung, sich nur auf Zucker zu konzentrieren, habe sich als richtig erwiesen, sagte der Konzernchef. "Von diesem Geschäft verstehen wir etwas." Nordzucker hatte sich im vergangenen Jahr von Randaktivitäten im Pharmabereich und seiner verlustreichen Beteiligung in Serbien getrennt. Trotzdem habe man den Konzernumsatz von 1,8 auf rund 2,2 Milliarden Euro gesteigert, sagte Fuchs. Wichtigster Grund dafür seien die starke Nachfrage nach Zucker und in der Folge die gestiegenen Zuckerpreise gewesen. Sogar schon aus der jüngsten Kampagne habe Nordzucker Zucker verkauft.

Ob Nordic Sugar in Dänemark, Ost- oder Zentraleuropa - alle Töchter und Regionen haben nach Angaben des Konzernchefs 2011/12 "sehr profitabel" gearbeitet. Das gelte auch für die Tochter fuel 21, die in Kleinwanzleben Bioethanol aus Zuckerrüben für die Benzinbranche herstellt. Vor Abschreibungen habe sie einen "mittleren einstelligen Millionenbetrag verdient". Trotzdem bleibt sie Sorgenkind des Konzerns. Zu schaffen macht fuel 21 die Konkurrenz aus den USA, die Bioethanol zu Dumpingpreisen an die Mineralölindustrie verkauft, wie Fuchs erklärte. Dadurch gerieten auch hierzulande die Preise immer stärker unter Druck, während die Rübenpreise hoch seien. Im laufenden Geschäftsjahr werde fuel 21 daher "nicht profitabel" sein. Derzeit prüfe die EU-Kommission die Einleitung eines Anti-Dumpingverfahrens gegen die USA.

Ins Gewicht fallen wird fuel 21 kaum. Wegen des boomenden Zuckergeschäfts sieht der Nordzucker-Chef gute Chancen, den schon hohen Gewinn 2012/13 nochmals zu steigern - "vorausgesetzt, es gibt keinen Preiseinbruch und keine Probleme bei der Rübenkampagne".