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Wirtschaft Nord/LB startet mit Gewinn ins Geschäftsjahr
Nachrichten Wirtschaft Nord/LB startet mit Gewinn ins Geschäftsjahr
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00:16 31.05.2019
Hat ihre Verwaltungskosten deutlich gesenkt: Die Norddeutsche Landesbank in Hannover. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Die angeschlagene Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) kommt bei ihrem Schrumpfkurs voran und ist gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. In den ersten drei Monaten erzielte sie ein Konzernergebnis nach Steuern von 54 Millionen Euro – nach 43 Millionen Euro im gleichen Quartal des Vorjahres. „Wir haben unsere Kosten entgegen dem Branchentrend weiter deutlich reduziert“, erklärte Nord/LB-Chef Thomas Bürkle am Dienstag. Für das Gesamtjahr erwartet er jedoch wegen hoher noch anstehender Kosten für die Umstrukturierung abermals einen Verlust. „Die erfolgreiche Neuaufstellung der Bank hat derzeit höhere Priorität als das Jahresergebnis für 2019.“ Im Jahr 2018 hatte das Geldinstitut wegen enormer Belastungen im Geschäft mit Schiffskrediten einen Verlust von knapp 2,4 Milliarden Euro hinnehmen müssen.

Gute Erlöse beim Verkauf von Schiffkrediten

Der Verwaltungsaufwand verringerte sich wegen des Stellenabbaus nun im Vorjahresvergleich um 9 Prozent auf 265 Millionen Euro. In den ersten drei Monaten dieses Jahres schlugen auch Restrukturierungskosten in Höhe von 10 Millionen Euro zu Buche. Allerdings konnte die Nord/LB bei der Veräußerung von Schiffskrediten vergleichsweise gute Erlöse erzielen und daher Wertberichtigungen auflösen.

Das Ergebnis vor Steuern sank von 68 auf 65 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss ging von 353 auf 258 Millionen Euro zurück. Im Zuge ihrer Neuausrichtung hat die Nord/LB ihre Bilanzsumme von 154 Milliarden Euro zum Jahresende auf 148,2 Milliarden Euro verringert. Die sogenannte harte Kernkapitalquote lag bei 6,75 Prozent.

Bank soll kleiner werden

Die Nord/LB benötigt wegen ihrer großen Schwierigkeiten bei Schiffsfinanzierungen eine Kapitalspritze von etwa 3,63 Milliarden Euro. Den größten Teil müssen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aufbringen – die Sparkassengruppe den Rest. Die Europäische Kommission muss das geplante Rettungspaket noch billigen. Die Zahl der Mitarbeiter soll in den kommenden fünf Jahren von 5500 auf dann 2800 bis 3000 Vollzeitstellen sinken. Das Geschäftsmodell der Landesbank soll sich künftig vor allem auf das Firmenkundengeschäft, Spezialfinanzierungen etwa für erneuerbare Energien, die Immobilienfinanzierung sowie das Privatkundengeschäft konzentrieren.

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Von Ralf Krüger und Dirk Stelzl