Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Nord/LB verdreifacht Gewinn
Nachrichten Wirtschaft Nord/LB verdreifacht Gewinn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:09 28.08.2014
Von Albrecht Scheuermann
Foto: Niedersachsens größtes Kreditinstitut macht einen Gewinn von 243 Millionen Euro – nach Steuern.
Niedersachsens größtes Kreditinstitut macht einen Gewinn von 243 Millionen Euro – nach Steuern. Quelle: Dröse
Anzeige
Hannover

Das Konzern­ergebnis vor Steuern war mit knapp 350 Millionen Euro mehr als dreimal so groß wie im Vorjahr, wie Niedersachsens größtes Kreditinstitut am Donnerstag mitteilte. Nach Steuern war das Plus fast ebenso deutlich, der Gewinn erreichte 243 Millionen Euro.

Der Nord/LB-Vorsitzende Gunter Dunkel sprach von einem „sehr zufriedenstellenden Ergebnis“, warnte jedoch davor, die Zahlen auf das Gesamtjahr 2014 hochzurechnen. „Das Umfeld ist nach wie vor schwierig, die Schiffskrise wird uns noch einige Zeit beschäftigen.“

Die Bank ist als einer der größten Schiffsfinanzierer stark von der schwierigen Lage auf diesem Markt betroffen. Er wurde vom Abrutschen der Weltwirtschaft im Gefolge der Finanzkrise ab 2008 hart getroffen und hat sich davon bis heute nicht erholt. Wegen der niedrigen Frachtraten und der hohen Überkapazitäten werden viele Schiffskredite nicht vertragsgemäß verzinst und getilgt.

Schon in den Vorjahren hat die Nord/LB deshalb hohe Wertberichtigungen gebildet. So entfiel auch im ersten Halbjahr ein Großteil der insgesamt nötigen Risikovorsorge von 224 Millionen Euro auf die Schiffsfinanzierungen – sie konnte allerdings im Vergleich zur gleichen Vorjahreszeit mit damals 432 Millionen Euro deutlich zurückgefahren werden. „Wir haben in den vergangenen Jahren eine außerordentlich hohe Risikoabschirmung für dieses Segment aufgebaut“, erklärte Dunkel. Die Bank werde auch weiterhin zusätzliche Risikovorsorge aufbauen.

Der starke Rückgang der Wertberichtigungen im Zeitraum Januar bis Juni ist der Hauptgrund für das deutliche Gewinnplus. Allerdings legten auch Zins- und Provisionsüberschuss zu, während der Verwaltungsaufwand sank. Hier zeigt sich nach Angaben der Bank die Verringerung der Sachkosten als Folge eines Effizienzsteigerungsprogramms. Auffallend ist auch die starke Erhöhung des Steueraufwandes. Im ersten Halbjahr beliefen sich die Ertragsteuern auf 105 Millionen Euro im Vergleich zu lediglich 9 Millionen Euro vor einem Jahr.

Ganz wichtig für die Banken ist die Dicke des Eigenkapitalpolsters. Sie entscheidet maßgeblich darüber, ob und wie eine Bank den Stresstest übersteht, den derzeit etwa 120 große Bankkonzerne absolvieren müssen. Die Ergebnisse werden im Oktober bekanntgegeben. Die Nord/LB ist zuversichtlich, den Test zu bestehen. Ihre „harte Kernkapitalquote“ beläuft sich heute auf 10,7 Prozent – verglichen mit 10,3 Prozent Ende 2013.

Die Bank dämpft jedoch die Erwartungen für das Gesamtjahr 2014. „Das zweite Halbjahr wird zwar voraussichtlich nicht vergleichbar stark ausfallen wie das erste, aber die wesentlichen Indikatoren zeigen in die richtige Richtung“, meinte Bankchef Dunkel.

28.08.2014
28.08.2014
Wirtschaft Flugverkehr im Norden - Keine Angst vorm Streik
28.08.2014