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Wirtschaft Bank will erst 2020 wieder Gewinn machen
Nachrichten Wirtschaft Bank will erst 2020 wieder Gewinn machen
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00:22 07.04.2019
Die Norddeutsche Landesbank in der Morgendämmerung. Quelle: dpa
Hannover

Die Norddeutsche Landesbank will frühestens 2020 wieder Geld verdienen. Für das laufende Jahr rechnet die Nord/LB wegen hoher Lasten für die Neuausrichtung erneut mit roten Zahlen. „Die Neuaufstellung der Bank hat Priorität vor der Ergebnisqualität“, sagte Vorstandschef Thomas Bürkle am Donnerstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2018.

Im vergangenen Jahr haben die faulen Schiffskredite der Nord/LB einen Rekordverlust von knapp 2,4 Milliarden Euro beschert. Verantwortlich dafür ist vor allem die Risikovorsorge von rund 1,9 Milliarden Euro für Ausleihungen an Reeder, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. „Der hohe Jahresverlust ist schmerzhaft“, sagte Bürkle. „Aber die Nord/LB kommt jetzt in sicheres Fahrwasser.“

Der neue Kurs sieht vor, dass sich die Bank aus der Schiffsfinanzierung zurückzieht. Im Laufe des vergangenen Jahres hat die Nord/LB ihr Portfolio um 39 Prozent auf rund 10,3 Milliarden Euro verringert – der Anteil maroder Kredite belief sich auf 7,5 Milliarden Euro. Ein Teil davon soll mit Abschlägen an den Finanzinvestor Cerberus verkauft werden, eine Tranche von knapp 5 Milliarden Euro will die Bank in Eigenregie abwickeln.

Nach Angaben von Risikovorstand Christoph Dieng geht es um etwa 500 Schiffe, die zum größten Teil Eigentümern „aus der norddeutschen Tiefebene“ gehören. Der Verband Deutscher Reeder forderte die Bank auf, den Verkauf der Schiffskredite nicht „um jeden Preis“ zu forcieren. „Sonst werden dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Nord/LB noch viele weitere Jobs in den Schifffahrtsunternehmen etwa im Emsland, Ostfriesland oder dem Alten Land folgen“, sagte Verbandspräsident Alfred Hartmann.

Für die Nord/LB-Führung hat jedoch die Sanierung Priorität. Um die Vorgaben der Träger und der Aufsichtsbehörden zu erfüllen, soll die Bilanzsumme von zuletzt 154 auf 95 Milliarden Euro sinken. Die Belegschaft soll künftig rund 3200 Mitarbeiter zählen, am Jahresende waren es noch 4850. Im Zuge des Umbauprogramms OneBank sollen 1250 Arbeitsplätze wegfallen, dieses Ziel sei zu zwei Dritteln erreicht, hieß es. Darüber hinaus stehen weitere 1000 Jobs zur Disposition.

Bei Details für den Personalabbau hält sich das Management zurück. Ob Standorte geschlossen würden, wisse man noch nicht, hieß es. „Wir wollen das so sozialverträglich wie möglich machen und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden“, sagte Vorstandschef Bürkle. „Aber wir müssen auch unsere Ziele erreichen – und wir werden diese auch erreichen.“ Zu der Forderung von Arbeitnehmerseite nach Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag wollte er sich nicht äußern.

Die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen-Finanzgruppe wollen der Nord/LB frisches Geld in Höhe von 3,64 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Damit soll die harte Kernkapitalquote – also das prozentuale Verhältnis zwischen dem Eigenkapital einer Bank und den Kreditrisiken – bis Jahresende auf mindestens 14 Prozent steigen. Zuletzt hatte die Nord/LB mit 6,8 Prozent die Vorgaben der Aufsicht deutlich unterschritten.

Von Jens Heitmann

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