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Wirtschaft Bank muss weitere 1000 Mitarbeiter abbauen
Nachrichten Wirtschaft Bank muss weitere 1000 Mitarbeiter abbauen
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00:21 06.04.2019
Die Norddeutsche Landesbank in der Morgendämmerung. Quelle: dpa
Hannover

Nun ist es amtlich: Die Norddeutsche Landesbank soll deutlich schrumpfen. Im Zuge der Neuausrichtung werde sich das Geschäftsvolumen der Nord/LB um rund 40 Prozent verkleinern, die Belegschaft solle auf 3250 Mitarbeiter sinken, sagte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am Mittwoch in Hannover. „Wir werden die Bank redimensionieren, das Risiko reduzieren und sie regional verankern.“

Im Rahmen ihres Umbauprogramms OneBank hat die Nord/LB bereits mit dem Abbau von einem Fünftel ihrer ursprünglich rund 6000 Arbeitsplätze begonnen. Weitere 750 Mitarbeiter sollen nunmehr zu den Förderbanken der Länder wechseln. „Ein weiterer Stellenabbau ist jedoch unausweichlich“, sagte Hilbers. Die Bank werde noch einmal bis zu 1000 Stellen streichen müssen.

Die Landesbank ist wegen maroder Schiffskredite in Schieflage geraten und benötigt deshalb frisches Kapital ihrer Träger. Die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen-Finanzgruppe haben deshalb ein 3,5 Milliarden Euro schweres Hilfspaket geschnürt, mit dem die Nord/LB nachhaltig saniert werden soll. Nach Angaben von Hilbers gibt es von Seiten der Bankenaufsicht keine Einwände gegen das geplante Geschäftsmodell – nun müsse die EU-Kommission noch grünes Licht geben.

Noch stehen nicht alle Details fest – im Grundsatz hätten sich die Träger aber auf den neuen Zuschnitt der Bank verständigt, sagte Hilbers. Die Bilanzsumme werde von 160 auf 95 Milliarden Euro sinken. Die Nord/LB soll künftig als Dienstleister für die Sparkassen agieren und sich auf Geschäfte mit Privat- und Firmenkunden in ihrer Region konzentrieren. Die Immobilientochter Deutsche Hypo werde nicht verkauft, auch die Braunschweigische Landessparkasse bleibe Teil der Bank, hieß es. Die Nord/LB darf weiterhin Kredite für Flugzeuge und Energieanlagen vergeben – aus der Schiffsfinanzierung werde sie sich aber komplett zurückziehen, sagte Hilbers.

Dies soll jedoch langsamer geschehen als ursprünglich angedacht: Die Nord/LB hat bisher nur einen kleineren Teil ihres notleidenden Portfolios von insgesamt rund 6,5 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Cerberus verkauft – den größeren Part soll sie nun in Eigenregie abwickeln. Laut Hilbers ist dafür eine Zeitspanne von bis zu drei Jahren vorgesehen. Die Träger versprechen sich von dieser Streckung mehr Erlöse als beim Verkauf im Paket mit hohen Abschlägen. Mögliche Risiken werde das Land Niedersachsen abschirmen, sagte der Minister.

Sollte der Verkauf in Eigenregie nicht gelingen, sei eine Kooperation mit Hamburg und Schleswig-Holstein denkbar – beide Länder betreiben eine Abbaubank zum Verkauf der faulen Schiffskredite der früheren HSH-Nordbank. Man sei mit den Kollegen im Gespräch, sagte Hilbers. Das Kieler Finanzministerium hatte kürzlich jedoch zur Bedingung gemacht, dass Schleswig-Holstein keine weiteren Risiken übernehmen müsse.

Bei der Opposition im niedersächsischen Landtag stießen die Pläne der Träger auf Kritik. „Von den groß angekündigten Veränderungen bei der Nord/LB bleibt am Ende wohl wenig übrig“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Christian Grascha. Die Grünen warnen vor neuen Belastungen für die Steuerzahler. „Mittlerweile zeichnet sich ein gewaltiger Finanzbedarf ab, weil auf Milliarden Euro schwere Kredite der Schifffahrtsbranche kein Zins gezahlt wird und auch keine Tilgung erfolgt“, sagte deren finanzpolitischer Sprecher Stefan Wenzel.

 

Von Jens Heitmann

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