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06:54 19.11.2014
Von Jens Heitmann
„Sie hätten nicht falscher liegen können“: Nokia-Produktchef Sebastian Nystöm.
„Sie hätten nicht falscher liegen können“: Nokia-Produktchef Sebastian Nystöm. Quelle: LEHTIKUVA
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Helsinki

Zugegeben: Die Verwandlung ist nicht so grundlegend wie jene vom Gummistiefelhersteller zum weltgrößten Handyproduzenten - aber ziemlich überraschend kommt die Rückkehr von Nokia ins Endkunden-Business schon. Eigentlich hatten sich die Finnen nach dem Verkauf ihres Mobilfunkgeschäfts an Microsoft nur noch als Netzwerkausrüster betätigen wollen, nun kehren sie mit einem neuem Tablet-Computer ins Geschäft mit dem Verbraucher zurück. Der Gerätename „N1“ deutet zudem darauf hin, dass es nicht bei einen einmaligen Ausflug bleiben soll; die Basis für eine Serie scheint gelegt.

Vieles an der neuen Geschäftsidee von Nokia erinnert an einen alten Rivalen: Erst gezielt vage Gerüchte streuen („Wir haben da was vor“), dann den Verdacht gekonnt in Richtung auf eine Settop-Box für Streamingdienste lenken, um schließlich ein komplett anderes Produkt aus dem Designer-Labor zu ziehen - bei Apple dürfte man diese Art der Vermarktung wiedererkennen. Und nicht nur das: Auch optisch erinnert das „N1“ stark an das iPad Mini. Sein Display ist mit einer Diagonale von 7,9 Zoll genauso groß wie beim „Original“, an der Unterseite findet sich die bekannte Lautsprecher-Perforation. Den chinesischen Hersteller des Nokia-Tablets kennen sie in Cupertino ebenfalls gut - Foxconn ist auch der Haus- und Hauptlieferant für Apple.

Nur beim Betriebssystem und beim Preis setzen sich die Finnen von ihrem Vorbild ab. Das „N1“ läuft mit Googles Android und soll zunächst für 249 Dollar (rund 200 Euro) plus Steuern auf den Markt kommen. Hipster in Europa und den USA müssen sich aber gedulden - oder eine Fernreise buchen: Das „N1“ soll im Frühjahr 2015 zunächst in China auf den Markt kommen.

Außer bei Apple dürfte auch Nokias alte Partner Microsoft verblüfft nach Helsinki blicken. Bei der Übernahme des Handygeschäfts im April hatte man vereinbart, dass die Finnen innerhalb der nächsten zehn Jahre die Marke „Nokia” nicht für Smartphones aus eigener Produktion verwenden dürfen - offenbar gilt diese Bestimmung jedoch nicht für Tablets. Microsoft hatte vor Kurzem angekündigt, den Markennamen „Nokia“ für Mobiltelefone nicht weiter verwenden zu wollen. „Sie haben gesagt, Nokia sei tot“, sagte Nokias Produktchef Sebastian Nystöm gestern. Er ergänzte: „Ich sage, sie hätten nicht falscher liegen können.“

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