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Wirtschaft Trübe Stimmung bei den Bauern
Nachrichten Wirtschaft Trübe Stimmung bei den Bauern
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08:53 16.07.2013
Von Carola Böse-Fischer
Foto: Der derzeitige Preisverfall beim Getreide verdirbt vielen Landwirten in Niedersachsen die Laune.
Der derzeitige Preisverfall beim Getreide verdirbt vielen Landwirten in Niedersachsen die Laune. Quelle: dpa
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Hannover

Abzulesen ist die Stimmungseintrübung am neuen „Konjunkturbarometer Agrar“, das der Bauernverband vierteljährlich veröffentlicht. Der Index fiel bis im zweiten Quartal auf 33,1 Punkte, verglichen mit 35,3 Punkten im Quartal zuvor.

Der Konjunkturindex spiegelt die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung und die Erwartungen der Landwirte im nächsten halben Jahr wider. Dafür wurden laut Bauernverband im Juni etwa 1000 landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmen befragt.

Demnach schätzen vor allem Ackerbauern und Veredlungsbetriebe wegen des Preisverfalls beim Getreide ihre Lage etwas schlechter ein als noch Ende März. Dagegen sind Milchbauern optimistisch, sie profitieren von höheren Preisen, die ihnen die Molkereien derzeit für ihre Milch zahlen. Auch die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte beurteilen die Milchviehbetriebe positiv, ebenso die Schweinehalter. Dagegen rechnen die Ackerbaubetriebe mit einer weiteren Verschlechterung. Eine leichte Entspannung gibt es der Umfrage zufolge bei den Kosten für Energie sowie Dünge- und Futtermittel, während der Auftrieb bei den Pachtpreisen anhalte.

Überwiegend Zuversicht herrscht aber bei den Landwirten – unabhängig von der Betriebsform – bei der Einschätzung der nächsten zwei bis drei Jahre. Dabei spiele zum einen die weltweit steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und damit nach landwirtschaftlichen Rohstoffen eine Rolle, erklärte ein Sprecher des Bauernverbandes am Montag. Zum anderen hätten sich viele Landwirte mit Biogas und Photovoltaik neue Geschäftsfelder aufgebaut, die ihnen zwanzig Jahre lang ein sicheres Einkommen garantierten.

In den Investitionsplänen bis zum Jahresende sind erneuerbare Energien allerdings stark zurückgefallen. Lediglich 0,6 Milliarden Euro wollen die Landwirte laut Umfrage in diesem Bereich investieren, verglichen mit immerhin noch 1,8 Milliarden Euro in der Vorjahreszeit. Das liegt unter anderem an den restriktiveren Förderbedingungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz, wie der Verbandssprecher sagte. Dadurch gingen kaum noch neue Biogasanlagen ans Netz. Außerdem sei in manchen Regionen wie in Niedersachsen eine „Sättigung“ erreicht.

Insgesamt planen die Landwirte in den nächsten sechs Monaten Investitionen von 5,3 Milliarden Euro, nach 6,1 Milliarden vor einem Jahr. Mehr Geld wollen sie in erster Linie in neue Ställe sowie in Hof- und Stalltechnik stecken, 3,8 Milliarden Euro, das wären 0,6 Milliarden Euro mehr als zur Vorjahreszeit.

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