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Wirtschaft Nicht nur E-Autos bauen: Das hat der neue Daimler-Chef Källenius vor
Nachrichten Wirtschaft Nicht nur E-Autos bauen: Das hat der neue Daimler-Chef Källenius vor
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13:31 05.06.2019
Ola Källenius hat während des Digitalkongress beBETA des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) seine Pläne für Daimler vorgestellt. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Berlin

Der neue Daimler-Chef Ola Källenius plant einen grundlegenden Umbau des Konzerns. „Es gibt eine absolute Revolution durch die Digitalisierung“, sagte Källenius beim Digitalkongress beBETA des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin. „Das wird unsere Industrie auf den Kopf stellen, und es wird schneller gehen, als man denkt.“

Es war der erste öffentliche Auftritt, seit der gebürtige Schwede vor zwei Wochen den Vorstandsvorsitz von Dieter Zetsche übernommen hat. Die Thesen des neuen Konzernchefs zum Umbau der Autoindustrie:

Umwelt: Sofort nach Amtsantritt hat Källenius das Ziel ausgegeben, Daimler CO2-neutral zu machen. Die Nachhaltigkeit der Industrie sei ist „die wichtigste Frage überhaupt“, sagte er in Berlin. „In drei Modellzyklen muss das machbar sein“ - das wäre 2039. Auch für die Produktion und die Zulieferer gilt dieses Ziel. 2022 sollen die europäischen Werke CO2-neutral arbeiten. Wo das technisch nicht möglich ist, will Daimler zum Ausgleich Emissionszertifikate kaufen.

Auf halber Strecke, 2030, soll die Hälfte der Mercedes-Neuwagen elektrisch oder mit Plugin-Hybrid unterwegs sein. Im Gegensatz zum VW-Kollegen Herbert Diess, der voll auf Batteriefahrzeuge setzt, ist Källenius allerdings „technologieoffen“: Batterien als Stromspeicher, Brennstoffzellen, synthetische Kraftstoffe - all das könne helfen, das Ziel zu erreichen. „Es ist unseriös, heute zu sagen, welche Technologie es exakt sein wird.“

Auch in einem anderen Punkt hält Källenius Distanz zu Diess: Mit dessen Vorschlag, Atomkraftwerke länger laufen zu lassen, um den CO2-Ausstoß zu senken, will er nichts zu tun haben: „Jetzt in eine Atomkraftdebatte einzusteigen – da halte ich mich raus.“ Regenerative Energien müssten weiter ausgebaut werden.

Digitale Assistenten: Spracherkennung und nutzerfreundliche Bedienung bringen neue Funktionen in alle Autos. Telematik habe Mercedes schon vor 20 Jahren gemacht, sagte Källenius - aber zu kompliziert und zu langweilig. „Schmeißt alles weg“, sei die Ansage für die aktuelle Technikgeneration gewesen.

Nun ähnelt die Bedienung mit Touchscreen dem Smartphone, die Spracherkennung ist alltagstauglich, und neue Funktionen wie Musikstreaming und Ticketbuchung setzen sich durch. „Die Leute lieben es“, sagte Källenius: Die alten Systeme seien von zehn Prozent der Kunden bestellt worden, jetzt liege die Einbaurate bei 60 bis 70 Prozent - auch und gerade in der Kompaktklasse.

Autonomes Fahren: Für Källenius ist es „der heilige Gral“ der Digitalisierung im Auto. Die Industrie sei „kurz vor dem großen Sprung“ von den Assistenzsystemen zu vollautomatisch fahrenden Autos. Die Technik werde vor allem Unfälle verhindern können. Jährlich gebe es weltweit 1,3 Millionen Verkehrstote. „Das kann drastisch reduziert werden.“ Für Mercedes mit seiner großen Tradition in der Sicherheitstechnik sei das der wichtigste Antrieb in der Entwicklung.

Fabriken: Wenn Software mit Künstlicher Intelligenz die Produktionsmaschinen überwacht, können schon die Vorboten von Defekten erkannt werden. So könnten größere Schäden verhindert und Ausfallzeiten minimiert werden.

Arbeitsplätze: Schon Dieter Zetsche hatte ein Sparprogramm aufgelegt, und es ist kein Geheimnis, dass Källenius nachlegen will. „Wir müssen noch schwäbischer werden“, sagte der gebürtige Schwede, der seit mehr als 20 Jahren für Daimler arbeitet. Überall müsse überprüft werden, wofür Kunden tatsächlich Geld bezahlen wollten - und wofür nicht. Fragen nach einem Stellenabbau wich er aus: „Wir werden sehen.“

Von RND/Stefan Winter

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