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Wirtschaft Nicht mehr ganz so reich
Nachrichten Wirtschaft Nicht mehr ganz so reich
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19:17 06.10.2009
Von Stefan Winter
Auch bei Maria-Elisabeth Schaeffler ist das Vermögen zusammengeschrumpft.
Auch bei Maria-Elisabeth Schaeffler ist das Vermögen zusammengeschrumpft. Quelle: DDP
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Noch 99 Milliardärsfamilien gebe es in Deutschland, 23 weniger als vor einem Jahr.

Nun ist es nicht jedem so ergangen wie Madeleine Schickedanz, die nach eigener Aussage mittlerweile von ein paar Hundert Euro im Monat leben muss. Die Liste der „300 reichsten Deutschen“ ist für sie nicht mehr lang genug. Maria-Elisabeth Schaeffler, bekannt geworden durch Gestaltungsdrang in der deutschen Zulieferindustrie, hat den Sprung gerade noch geschafft: Geschätzte 400 Millionen Euro Vermögen bringen sie auf Platz 260. Auch für die Porsches war es kein gutes Jahr, aber sie haben das dickere Polster: Das ist von 15,5 auf 4,5 Milliarden Euro geschrumpft.

Über die Platzierung entscheidet nicht so sehr der Gewinn, den das Unternehmen abwirft, sondern vor allem sein Wert im Fall des Verkaufs, vermindert um die Schulden. Außerdem wird der Wert von Beteiligungen und Immobilien geschätzt. Als vor einem Jahr die Aktienkurse in den Keller rauschten und sich trotzdem kaum jemand einen Unternehmenskauf zutraute, schrumpften die Werte entsprechend. Doch inzwischen haben sich die Kurse erholt, Akquisitionen sind wieder möglich und die Unternehmen mehr wert. So errechnete das Magazin zum Stichtag Ende September schon wieder recht auskömmliche Werte. Insgesamt summierten sich die 100 größten Vermögen demnach auf 286 Milliarden Euro, 12 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ganz vorn liegen wie immer die beiden Brüder Albrecht. Karl Albrecht (Aldi Süd) wird auf 17,35 Milliarden Euro geschätzt, Theodor Albrecht (Aldi Nord) auf 16,75 Milliarden.

Niedersachsen sind auf der Liste nicht leicht zu finden. Enercon-Gründer Aloys Wobben hält auf Platz 24 mit 3,8 Milliarden Euro einsam die Fahne hoch. 25 Jahre nach der Gründung ist der Auricher viertgrößter Windanlagenbauer der Welt. Auf Platz 89 rangieren die Osnabrücker Transportunternehmer Jost und Klaus Hellmann.

Wer weitere Niedersachsen sucht, muss sich in die Rubrik „Die ärmeren Reichsten“ jenseits von Platz 100 vorarbeiten. Dort finden sich gleichauf die Geflügelunternehmer Wesjohann (PHW-Gruppe) aus Rechterfeld und Hans-Georg Näder (Otto Bock Medizintechnik) mit je 750 Millionen Euro. Dicht auf den Fersen ist Jürgen Großmann, der seine 700 Millionen nicht dem Job als RWE-Chef, sondern dem eigenen Stahlunternehmen in Georgsmarienhütte verdankt – und mit seiner Holding genau genommen in Hamburg logiert. Die Region Hannover findet sich erst auf Platz 190 mit Drogerieunternehmer Dirk Roßmann und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer.

Das Magazin hat nicht nur den Reichtum unter die Lupe genommen, sondern auch, was damit gemacht wird. So führt SAP-Mitgründer Dietmar Hopp die Liste der „zehn größten Spender“ an. 30 Millionen Euro soll er innerhalb eines Jahres für wohltätige Zwecke gegeben haben, und Wendelin Wiedeking verwendet 26,5 Millionen Euro aus seiner Porsche-Abfindung für Gemeinnütziges.