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Wirtschaft Neuer Ärger für Höft & Wessel
Nachrichten Wirtschaft Neuer Ärger für Höft & Wessel
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22:16 28.07.2013
Von Jens Heitmann
Foto: Unternehmensvorstand Rudolf Spiller (rechts) sagte, der Großauftrag aus Berlin sei nicht ad-hoc-pflichtig gewesen. Begründen wollte er das nicht.
Unternehmensvorstand Rudolf Spiller (rechts) sagte, der Großauftrag aus Berlin sei nicht ad-hoc-pflichtig gewesen. Begründen wollte er das nicht. Quelle: dpa
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Hannover

Auch auf der außerordentlichen Hauptversammlung in der vergangenen Woche kam die Bestellung nicht zur Sprache, obwohl Aktionäre nach dem Auftragsbestand fragten.

„Ein Auftrag in dieser Größenordnung wäre ad-hoc-pflichtig gewesen“, sagte Markus Neumann, Vorstandsmitglied der Aktionärsvereinigung SdK. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben bei Höft & Wessel 583 stationäre und 310 mobile Fahrscheinautomaten bestellt, der Auftrag soll nach Angaben aus Unternehmenskreisen einen Wert im niedrigen zweistelligen Millionenbereich haben. Sollte die Finanzaufsicht einen Verstoß gegen die Informationspflicht feststellen, kann sie ein Bußgeld verhängen.

Heikel ist der Vorgang vor allem aus einem anderen Grund. Der Vorstand hatte seine Lage auf der Hauptversammlung so dargestellt, dass nur der Einstieg eines neuen Investors das Überleben sichern könne. Da dieser Geldgeber – die Droege-Gruppe aus Düsseldorf – nur zu einer Kapitalspritze von 8,5 Millionen Euro bereit ist, wenn er dafür Mehrheitseigentümer von Höft & Wessel wird, stimmten die Altaktionäre einem Kapitalschnitt von fünf zu eins mit anschließender Kapitalerhöhung unter Beschränkung ihrer Bezugsrechte zu.

„Wenn uns der Großauftrag zu dem Zeitpunkt bekannt gewesen wäre, hätten wir den Kapitalmaßnahmen wahrscheinlich nicht zugestimmt“, sagte der niedersächsische Landesgeschäftsführer der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Alexander von Vietinghoff-Scheel. Er finde das Informationsverhalten von Höft & Wessel „sehr bedenklich“. Letztlich seien die Beschlüsse der Hauptversammlung damit juristisch anfechtbar.

Das sieht die SdK ähnlich. Der Vorstand sei beim Aktionärstreffen mehrmals nach dem Auftragsbestand gefragt worden. Daraufhin sei aber nur der Bestand von Ende 2012 genannt und auf 40,9 Millionen Euro beziffert worden. Schon daraus ergebe sich, dass ein Großauftrag im zweistelligen Millionenbereich kursrelevant sei, sagte Neumann.

Unternehmensvorstand Rudolf Spiller sieht das anders. Nach Einschätzung von Höft & Wessel sei der Großauftrag aus Berlin nicht ad-hoc-pflichtig gewesen, sagte der Manager. Eine Begründung dafür wollte Spiller nicht geben.

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