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Nachrichten Wirtschaft Neue Germanwings soll Lufthansa retten
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22:20 28.06.2013
Foto: Beim Check-in unterscheiden sich Lufthansa und Germanwings schon länger nicht mehr: Wie viele andere Fluggesellschaften setzen auch Mutter und Tochter auf Automaten.
Beim Check-in unterscheiden sich Lufthansa und Germanwings schon länger nicht mehr: Wie viele andere Fluggesellschaften setzen auch Mutter und Tochter auf Automaten. Quelle: dpa
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Frankfurt am Main

Das Projekt ist der dickste Batzen im Sparprogramm „Score“, mit dem die Lufthansa ihren operativen Jahresgewinn um 1,5 Milliarden Euro steigern will.

Früher mussten Passagiere von Germanwings für jedes Brötchen extra zahlen. „No Frills“ – keine Kinkerlitzchen – nennen das die Airliner. Von Juli an will das schon zuvor leicht gewandelte Unternehmen nun ein vielfach differenziertes Angebot mit drei unterschiedlichen Tarifen verwirklichen, das den Billigtouristen ebenso zufriedenstellen soll wie den anspruchsvollsten Businesskunden im Senatorstatus.

Das Angebot reicht vom reinen Sitz (ab 33 Euro) bis zum Komforttarif „Best“, der unter anderem Essen à la carte, einen freien Nachbarsitz und mehr Beinfreiheit sowie Lounge-Zugänge und schnelles Check-in beinhaltet – dafür aber auch mindestens 199 Euro je Flug  kostet. Gut zahlende Geschäftskunden sind auf den kurzen Strecken der Lufthansa sehr rar geworden, zumal viele nichts mehr dabei fanden, sogar mit ausgesprochenen Billig-Carriern ihre Flugziele zu erreichen. Die Folge für die Lufthansa mit hohen Stückkosten waren regelmäßige Verluste im Europa-Verkehr im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die neue Germanwings ist die Antwort von Lufthansa-Chef Christoph Franz und seines Passagechefs Carsten Spohr auf die Herausforderung durch Ryanair, Easyjet und Co. Einzige, nicht gewollte Alternative wäre laut Franz der Verzicht auf die kurzen Flüge gewesen, wie es Konkurrent British Airways vorgemacht hat.

Nummer vier in Hannover

Bei Germanwings gibt es künftig drei Tarife. 

Basic: Ab 33 Euro je Flug gibt es hier einen Sitzplatz im hinteren Teil der Maschine und eine Meilengutschrift. Verpflegung und aufzugebendes Gepäck kosten extra. Diese Kategorie ist nur im Internet buchbar.

Smart: Ab 53 Euro gibt es nach Verfügbarkeit einen Sitz mit größerer Beinfreiheit (Sitzabstand 81,2 cm), bis 23 Kilogramm Freigepäck, Meilengutschrift, Snack und alkoholfreie Getränke. Kostenlose Umbuchung möglich. 

Best: Ab 199 Euro gibt es einen Sitz in den ersten drei Reihen mit gleicher Beinfreiheit wie Smart, einen freien Mittelsitz, doppeltes Freigepäck, bevorzugtes Einchecken und Boarden, Lounge-Nutzung, Meilen auch für Premium-Programme, Catering à la carte.

Am Flughafen Hannover ist Germanwings die Nummer vier. 2012 stieg die Passagierzahl um 6 Prozent auf 712.000.

Lufthansa rüstet den 1997 gegründeten Billigflieger Germanwings mächtig auf, um künftig alle Verbindungen in Deutschland und Europa zu fliegen, die nicht über die Drehkreuze München oder Frankfurt gehen. Die bisherige Flotte von 38 Airbus A 319 hat Germanwings bereits auf das neue, freundlichere Erscheinungsbild mit den Hausfarben Gelb und Brombeer umlackieren lassen. Sie werden schrittweise ergänzt durch 23 kleinere Bombardier-Jets der weiterhin bestehenbleibenden Lufthansa-Tochter Eurowings und etwa 30 Airbus-Maschinen aus dem Lufthansa-Bestand.
Die Standorte Köln und Stuttgart sind bereits umgestellt, gerade ist Hamburg an der Reihe, und Berlin folgt im Winterflugplan bis März nächsten Jahres. Angeblich steigen bereits die Buchungszahlen und die Durchschnittserlöse. Komplett abgeschlossen sein soll die Operation Ende 2014, wenn auch in Düsseldorf nur noch die Langstrecke von der Lufthansa bedient wird.

Die Kosten von Germanwings pro Passagierkilometer liegen zwischen 20 und 30 Prozent unter denen der Lufthansa-Classic. Nicht zuletzt das schlechter bezahlte Personal trage dazu bei, sagt der Chef der Kabinengewerkschaft UFO, Nicoley Baublies. Es droht daher bereits der erste Streik: Die Gewerkschaft hat die Urabstimmung eingeleitet, die Anfang Juli ausgezählt wird.

 dpa

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