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Wirtschaft Milch bringt Bauern immer weniger ein
Nachrichten Wirtschaft Milch bringt Bauern immer weniger ein
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08:58 08.08.2012
Von Carola Böse-Fischer
Sinkende Milchpreise und steigende Futterkosten – für Milchbauern läuft es schlecht. Quelle: dpa
Hannover

Die rund 11.000 niedersächsischen und westfälischen Landwirte, die Deutschlands größten Molkereikonzern beliefern, erhielten im Juli 29 Cent, wie ein DMK-Sprecher berichtet.

Die Landwirte spüren die Folge der Preisgespräche vom Mai zwischen Molkereien und Handelskonzernen. Im Frühjahr ist tendenziell mehr Milch auf dem Markt, weil die Kühe nach der Geburt der Kälber wieder mehr Milch geben. Zudem waren die hohen Preise im Vorjahr ein Anreiz für viele Bauern, noch mehr Kühe zu halten. Die Folge: Es gab mehr Milch, als konsumiert wurde. Dies nutzten Discounter wie Aldi und Lidl aus, um bei den Molkereien Preissenkungen in den neuen Trinkmilchverträgen, aber auch für Quark und Kondensmilch durchzusetzen. Die Abschläge reichten bis zu über 10 Prozent. Bis Oktober laufen die Verträge. Dann wird neu verhandelt.

Die Molkereien reichen die Preisabschläge an die Milchbauern weiter. Das sei der „normale Zyklus“, erklären Marktbeobachter. Viele Betriebe geraten dadurch jedoch in finanzielle Bedrängnis, wie es beim Deutschen Bauernverband heißt. Denn gleichzeitig seien die Kosten für Futtermittel wegen der Dürre in den USA, die die Preise für Getreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen in die Höhe getrieben hat, drastisch gestiegen.

Deshalb hat der Bauernverband kein Verständnis für die jüngst von den Discountern angezettelten neuerlichen Preissenkungen für Milchprodukte wie Joghurtdrinks, Eiscreme und Joghurt. Wegen der sommerlichen Temperaturen kauften die Verbraucher verstärkt Milchfrischgetränke und Eis – deshalb müsse die höhere Nachfrage zusammen mit dem starken Export von Frischmilch nach Südeuropa vielmehr „preisstabilisierend wirken“, erklärt die Agrarlobby.

Beim DMK-Konzern erwartet man, dass sich der Markttrend im Herbst dreht. Tendenziell gebe es dann weniger Milch, sagt der DMK-Sprecher. Damit wären die Molkereien im nächsten Preispoker mit dem Handel in einer besseren Position. Dann dürften nach Einschätzung des Konzerns auch die Auszahlungspreise für die Milchbauern wieder anziehen.

Anders als Molkereien, die nur Trinkmilch – vor allem H-Milch – produzieren und damit die Marktschwankungen voll zu spüren bekommen, kann das DMK die Entwicklung noch einigermaßen gelassen sehen. Das Unternehmen sei dank der „Milchschaukel“ flexibler, erklärt der Sprecher. Gebe es zu viel Milch, stelle das DMK weniger H-Milch her. Die Mengen würden in die Produktion von Milchpulver und Käse „umgeleitet“, die höhere Margen bringe. Von den knapp 7 Milliarden Kilogramm, die der Konzern jährlich verarbeitet und damit zuletzt 4,6 Milliarden Euro Umsatz erzielt hat, entfalle zudem nur eine Milliarde Kilogramm auf die „weiße Linie“.

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