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Wirtschaft MAN-Aktionäre tagen in Hannover
Nachrichten Wirtschaft MAN-Aktionäre tagen in Hannover
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07:36 16.05.2014
Von Stefan Winter
Passt in keinen Modulbaukasten: MAN steuert unter anderem einen Schiffsdiesel zur Fahrzeugausstellung auf dem Messegelände bei.
Passt in keinen Modulbaukasten: MAN steuert unter anderem einen Schiffsdiesel zur Fahrzeugausstellung auf dem Messegelände bei. Quelle: HAZ
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Hannover

Vor einem Jahr in München sprach Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen noch vor 2500 Zuhörern. Den Verbliebenen erklärte er den Umzug am Donnerstag mit Hinweis auf die Ausstellung nebenan, wo alle Marken des VW-Konzerns ihre Produkte zeigen: „In diese illustre Gesellschaft passen auch unsere Fahrzeuge und Maschinen.“

„Wir sind ja eigentlich keine richtigen Aktionäre mehr“, sagte Heiko Barkemeyer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die MAN-Aktie sei eher wie eine Anleihe – mit Rendite, aber ohne Mitsprache. VW kontrolliert mehr als 75 Prozent der Anteile, der Beherrschungsvertrag ist geschlossen. Verbunden ist damit eine Garantiedividende von 3,07 Euro je Stammaktie, die für 2013 allerdings aus der Kasse des neuen Mutterkonzerns kommt. MAN selbst schüttet nach einem Verlust von 513 Millionen Euro nur 14 Cent je Aktie aus.

Ob die Wolfsburger auch den Rest der Anteile einsammeln werden, wie sie es gerade beim schwedischen Lkw-Bauer Scania tun, ließ Ferdinand Piëch Donnerstag offen. Wir haben uns nicht entschieden, ob wir allen MAN-Aktionären die Aktien wegnehmen wollen oder nicht“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende auf eine entsprechende Frage. Im Moment sieht er aber keinen Grund für einen solchen Squeeze-out. „Nach deutschem Recht genügen viel weniger Aktien, um ein Unternehmen zu führen. Bei Scania brauchen wir hundert Prozent.“

Wie die Herrschaft über beide Lkw-Marken nun konkret genutzt werden soll, spielte auch am Donnerstag keine große Rolle. Mittelfristig verspricht man sich Synergien von 850 Millionen Euro.
Pachta-Reyhofen verbreitete nach einem enttäuschenden Jahr 2013 vorsichtigen Optimismus. Nachdem MAN im ersten Quartal in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt ist, erwartet er auch im Gesamtjahr ein deutlich verbessertes Ergebnis – allerdings bei leicht schrumpfendem Umsatz. Die dunklen Wolken am Himmel sollten sich „ein wenig lichten“. Die Wirtschaft habe sich belebt, die Sonderlasten von 2013 seien Vergangenheit. Unter anderem musste der Lkw- und Maschinenbauer hohe Rückstellungen für ein aus dem Ruder gelaufenes Kraftwerksprojekt in der Karibik bilden. „Hier mussten wir einiges an Lehrgeld zahlen“, sagte Pachta-Reyhofen.

Im Geschäft mit Großmaschinen sieht er aber noch viel Potenzial. MAN liefert Dieselaggregate für Schiffe ebenso wie Gas- und Dampfturbinen für Blockheizkraftwerke. Bei den Schiffsantrieben stellt sich MAN bereits auf Erdgas als Treibstoff ein. Diese Umstellung werde die Seefahrt verändern wie einst die Dampfmaschine, sagte Pachta-Reyhofen. Profitieren will der Konzern auch von der Energiewende, die zu dezentralerer Stromerzeugung führe.

Albrecht Scheuermann 16.05.2014
Dirk Schmaler 16.05.2014
Alexander Dahl 18.05.2014