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Wirtschaft Lieber Goldbarren als Riester-Rente
Nachrichten Wirtschaft Lieber Goldbarren als Riester-Rente
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21:05 20.10.2011
Die Schuldenkrise in Europa lässt die Bundesbürger um ihre Altersversorgung zittern. So rechnet jeder fünfte Berufstätige ab 50 Jahre inzwischen damit, im Alter nicht genügend Geld für den Lebensunterhalt zur Verfügung zu haben.
Die Schuldenkrise in Europa lässt die Bundesbürger um ihre Altersversorgung zittern. So rechnet jeder fünfte Berufstätige ab 50 Jahre inzwischen damit, im Alter nicht genügend Geld für den Lebensunterhalt zur Verfügung zu haben. Quelle: dpa
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Berlin

Das geht aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank hervor. Das sei der höchste Wert seit fünf Jahren, hieß es. Insgesamt macht sich gut die Hälfte aller 1771 Befragten wegen der unsicheren Staatsfinanzen verstärkt Sorgen um das Auskommen im Alter.

Die Furcht der Bundesbürger wirkt sich auch negativ auf die Bereitschaft aus, mehr für die Altersvorsorge auszugeben. So gaben vier von zehn Befragten an, keinen weiteren Ausbau mehr zu planen. Besonders auffällig ist die Zurückhaltung bei den jungen Berufstätigen unter 30 – sie wollen weniger denn je für ihr Alter sparen: Nur noch etwa jeder Zweite will mehr zurückzulegen als bisher, jeder Vierte schließt einen weiteren Ausbau sogar kategorisch aus – laut Allensbach-Institut ist das eine Verdopplung im Vergleich zur Befragung von vor einem Jahr.

„Die brisante Entwicklung verläuft parallel zur Verschuldungssituation in Europa“, erklärte Postbank-Vorstand Michael Meyer. So bereiten den Befragten die Folgen der Schuldenkrise im Euro-Raum insgesamt große Sorgen: Jeder Dritte fürchtet wegen drohender Inflation um sein Erspartes. Insgesamt 30 Prozent haben Angst davor, dass Deutschland wegen hoher Zahlungen an andere Euro-Länder möglicherweise weniger Geld für die gesetzliche Rente haben könnte.
Die Folge ist eine steigende Verunsicherung: So ist der Anteil jener deutlich gewachsen, die sich angesichts der Krise fragen, welche privaten Anlageprodukte überhaupt noch sinnvoll seien: 43 Prozent teilen diese Unsicherheit, im vergangenen Jahr waren es erst 34 Prozent. Wer vorsorgt, gibt der Umfrage zufolge mit monatlich 188 Euro im Schnitt nun etwa 6 Prozent weniger dafür aus als im vergangenen Jahr.

Wer seine Vorsorge noch ausbauen will, setzt vor allem auf die eigenen vier Wände – jeder Dritte plant den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses. Immobilien, auch „Betongold“ genannt, gelten den meisten immer noch als besonders sichere Form der Altersvorsorge (71 Prozent), gefolgt von der staatlichen Rente (46 Prozent) und Gold (39 Prozent). Auf der Suche nach einer vermeintlich sicheren Vorsorge können sich sogar 13 Prozent vorstellen, in Gold zu investieren – die staatlich geförderte Riester-Rente rangiert noch dahinter mit 12 Prozent. Der sogenannte Wohn-Riester für die Anschaffung eines Eigenheims erreicht lediglich 7 Prozent der Nennungen – 40 Prozent der Befragten kennen ihn allerdings auch nicht.

Neben Immobilien und Gold gibt es noch eine Vorsorgeform, die in allen Bereichen zulegen kann – die betriebliche Altersvorsorge. Als „ideale Form der Alterssicherung“ wird sie aktuell von fast jedem Zweiten genannt. Glatt verdoppelt hat sich gegenüber dem Vorjahr auch die Zahl derer, die hierin jetzt vermehrt investieren wollen.

Daniel Rademacher (mit: dpa)