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Wirtschaft Landtechnik soll noch effizienter werden
Nachrichten Wirtschaft Landtechnik soll noch effizienter werden
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20:01 14.11.2011
Hightech für den Acker wird auf der Agritechnica präsentiert.
Hightech für den Acker wird auf der Agritechnica präsentiert. Quelle: Surrey
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Hannover

Beeindruckt von den starken Leistungen der deutschen Landtechnik zeigt sich Bundesagrarministerin Ilse Aigner. Ohne das große Innovationspotenzial dieser Branche könnten die enormen Herausforderungen der Landwirtschaft nicht gemeistert werden, sagte die CSU-Politikerin am Montagabend vor 3000 Gästen zur Eröffnung der weltgrößten Landtechnikmesse Agritechnica in Hannover. Dabei setze die deutsche Ingenieurkunst weltweit Standards.

Trotz der bisher erreichten Erfolge müsse die Landtechnik künftig noch effizienter und präziser werden, mahnte die Ministerin und forderte die Branche damit gleichzeitig zu weiteren Höchstleistungen auf. Nahrungsmittelproduktion für eine wachsende Weltbevölkerung, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Energieproduktion – das seien die großen Aufgaben, die mit modernster Technik gelöst werden müssten. Nie zuvor sind die Ansprüche an die landwirtschaftliche Produktion so hoch gewesen wie heute, wie Aigner erklärte.

Gerade weil das so sei, rügte der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, den „gedankenlosen Umgang mit fruchtbarer Ackerfläche“. Die natürlichen Potenziale eines Standortes könnten nicht ausgeschöpft werden, weil es große Erschwernisse gebe. Dazu zählte Bartmer unter anderem die Besiedelung, jedoch ebenso „ineffiziente Bioenergieprogramme mit zweifelhafter Zielerreichung, aber gesicherten Renditen“, eine „personell und finanziell unterversorgte Agrarforschung“ und ein „komplexes System staatlicher Zuschüsse“.

Kein gutes Haar ließ der DLG-Präsident auch an den Brüsseler Vorschlägen für die geplante EU-Agrarreform. Künftig will die EU-Kommission die Milliardensubventionen für die Landwirte gerechter unter den 27 EU-Ländern verteilen und die Höhe der Zahlungen von der Befolgung strengerer Umweltstandards abhängig machen. Das seien „Placebos für den Steuerzahler“, sagte Bartmer. Eine Landwirtschaft auf den Erhalt von Biodiversität zu reduzieren, gefährdet nach seiner Ansicht eine ausreichende Lebensmittelversorgung.

Dafür erntete der DLG-Präsident Applaus bei Landwirten und Ausstellern, deren Geschäfte dank des weltweiten Agrarbooms brummen. Rund 2750 Firmen aus 48 Ländern präsentieren auf der Agritechnica ihre Neuheiten. Erstmals kommt die Hälfte der Aussteller aus dem Ausland. Die DLG erwartet wieder rund 350 000 Besucher. In der Branche spricht man optimistisch sogar bereits von etwa 400 000 Besuchern.

Carola Böse-Fischer