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Wirtschaft Aktionäre müssen sich gedulden
Nachrichten Wirtschaft Aktionäre müssen sich gedulden
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18:17 26.03.2019
Zentrale von LPKF in Garbsen Quelle: unrestricted in space and time t
Hannover

Der Garbsener Laserspezialist LPKF kommt bei der Neuausrichtung voran – dennoch will das Unternehmen für 2018 noch keine Dividende ausschütten. „Nach der Restrukturierungsphase der vergangenen Jahre befinden wir uns wieder auf einem profitablen Wachstumskurs“, sagte Vorstandschef Götz M. Bendele am Dienstag bei der Bilanzvorlage. Wenn man im laufenden Jahr die gesteckten Ziele erreiche, könnten die Aktionäre wieder mit einer Beteiligung am Gewinn rechnen.

LPKF hatte mit seinen Maschinen für die Produktion winziger Antennen lange vom Smartphone-Boom profitiert. Als die Handy-Hersteller bei der nächsten Generation der Geräte jedoch auf eine andere Technologie umschwenkten, brach der Umsatz in diesem Bereich in kurzer Zeit komplett weg – in der Folge war das Unternehmen 2015 und 2016 in die roten Zahlen gerutscht, die Verschuldung hatte rapide zugenommen. „Es gab Handlungsbedarf“, sagte Bendele.

Das sah offenbar auch der Großaktionär German Technology so, hinter dem der Finanzinvestor Bantleon steht. Dieser ist mittlerweile mit knapp 29 Prozent an LPKF beteiligt und hat im vergangenen Jahr eine Kapitalerhöhung von rund 16 Millionen Euro ermöglicht. Der Vorstand wurde komplett ausgetauscht und von vier auf zwei Mitglieder verkleinert. Bendele und der neue Finanzchef Christian Witt wollen „wieder stärker die Agilität eines Technologie-Start-Ups leben“, wie sie in ihrem Brief an die Aktionäre schreiben.

„Mit insgesamt 655 Mitarbeitern können wir nicht wie ein Konzern agieren“, sagte Bendele. LPKF müsse neue Trends erkennen – und mittels enger Drähte zu den Kunden und kurzer Entscheidungswege so rasch wie möglich Produkte entwickeln und verkaufen. „Im High-Tech-Bereich muss man schnell reagieren“, sagte Witt. Das gelte für Auf- und Abschwünge gleichermaßen. Der neue Vorstand hat den Fokus zunächst auf die Kostendisziplin gelegt.

Große Erwartungen ruhen aktuell auf der Solar-Sparte: Die Umsätze haben sich hier 2018 mit knapp 39 Millionen Euro fast verdoppelt, der operative Gewinn kletterte um das Vierfache auf 8,5 Millionen Euro. LPKF sieht sich als Marktführer für das maschinelle Optimieren von Dünnschichtsolarmodulen – das Verfahren steigere deren Wirkungsgrad, heißt es. „Das ist ein Megatrend“, sagte Witt. In vielen Regionen der Welt sei Solarstrom bereits ohne Subventionen wettbewerbsfähig.

Bei der Sanierung der Sparte für Lasersysteme zum Schweißen von Kunststoffen ist der Vorstand mit den Fortschritten noch nicht zufrieden; auch im Bereich Electronics läuft es nicht überall rund. Für 2019 peilt LPKF Erlöse von 130 bis 135 (Vorjahr: 120) Millionen Euro an, die operative Marge soll auf 8 bis 12 (Vorjahr: 5,7) Prozent steigen.

Für das vergangene Jahr weist das Unternehmen unter dem Strich einen Gewinn von rund 8 Millionen Euro aus; 2017 war es nur 1,2 Millionen Euro. Einen Teil des hohen Anstiegs verdankt LPKF einem Finanzeffekt: Das Unternehmen konnte latente Steuern auf Verlustvorträge aktivieren – in Summe führte das zu einem Steuerertrag und damit zu einer negativen Steuerquote.

Von Jens Heitmann

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