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Nachrichten Wirtschaft Kommunen in Niedersachsen wollen mehr Ladesäulen für E-Autos
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20:56 05.11.2019
Wenn die E-Offensive Erfolg haben soll, müssen deutlich mehr Stromtankstellen eingerichtet werden. Quelle: Edith Geuppert/dpa
Hannover

Die Kommunen in Niedersachsen fordern mehr Tempo beim Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos. Das beim Autogipfel im Bundeskanzleramt vereinbarte Ziel von 50 000 zusätzlichen öffentlichen Stationen in Deutschland bis zum Jahr 2022 sei „ein guter Anfang“, sagte am Dienstag ein Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Bundesregierung und Länder müssten jetzt aber auch dafür sorgen, dass die Vorgaben Realität werden: „Nötig sind eine möglichst unbürokratische Förderung aus einem großen Topf und eine Koordinierung der Investitionen auf Landesebene.“ Bei dem Spitzentreffen am Montagabend hatten sich Vertreter der Bundesregierung und der Autoindustrie auch auf eine höhere Prämie für den Kauf von E-Fahrzeugen verständigt. Zudem soll die Prämie um fünf Jahre bis 2025 verlängert werden.

Derzeit gibt es in Deutschland rund 21 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektroautos. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, bis 2030 eine Millionen Stationen zu schaffen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte vor dem Autogipfel in Berlin 100 000 öffentliche Ladepunkte bis spätestens 2021 gefordert. „Ich hätte mir persönlich ein deutlich ambitionierteres Vorgehen gewünscht“, sagte der SPD-Politiker nach dem Treffen. Dass sich die Runde bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine deutlich geringere Zahl einigen konnte, wertet man in Hannover dennoch als Erfolg. „Das ist ein Schritt vorwärts“, sagte Weil.

Mehr Ladesäulen auf Parkplätzen

Bis zum Jahr 2030 will die Bundesregierung 7 Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straßen bringen, um den Ausstoß klimaschädlicher Abgase zu verringern. Ein flächendeckendes Ladenetz gilt als zentrale Voraussetzung für den Erfolg der E-Mobilität. Für den Ausbau der Ladeinfrastruktur sollen mehr als 3 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Bisher klaffen besonders abseits städtischer Zentren große Lücken in der Versorgung. Um diese zu schließen, will der Bund verstärkt den Bau von Ladepunkten an Parkplätzen fördern – zum Beispiel bei Supermärkten. An herkömmlichen Tankstellen sollen ebenfalls mehr Ladepunkte entstehen.

Auch die Verbraucherfreundlichkeit soll zunehmen. So sollen Authentifizierung, Freischaltung, Bezahlung und Abrechnung beim Aufladen einfacher werden. Die Kunden sollen nicht lange warten müssen, bis eine Station frei ist. „Wir brauchen jetzt die Massenwirksamkeit der Mobilität von morgen“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Die Menschen müssten begeistert werden – viele Autofahrer fragten sich, ob E-Autos alltagstauglich seien.

Darüber hinaus sind Änderungen im Miet- und Wohnungseigentumsrecht geplant. Vorgesehen ist ein Rechtsanspruch für Wohneigentümer und Mieter, etwa in einer Tiefgarage eine Ladestation zu errichten. Bisher gibt es dafür hohe Hürden. Die Neuregelungen sollen nach den Vorstellungen der Regierung Ende 2020 in Kraft treten. „Wer ein Elektrofahrzeug hat, möchte es auch überall unkompliziert aufladen können“, sagte Ministerpräsident Weil. Die Branche stehe vor „ganz entscheidenden Jahren“.

Ausbau vor allem „Aufgabe der Wirtschaft“

Die Bundesregierung will das eigene Engagement beim Ausbau des Ladenetzes jedoch begrenzen. Für Standorte, die wenig angefahren werden, sei zunächst eine staatliche Förderung nötig, heißt es im Berliner Verkehrsministerium. Sollten diese Anreize nicht ausreichen, müsse man auch über ordnungsrechtliche Vorgaben nachdenken. Langfristig müsse der Aufbau der nötigen Infrastruktur aber „eine Aufgabe der Wirtschaft sein".

Industrie verspricht 15 000 Ladepunkte

Beim Autogipfel hat sich die Autoindustrie verpflichtet, in den nächsten beiden Jahren 15 000 Ladestationen zu errichten. Bereits im Sommer hatte Volkswagen angekündigt, bis 2025 in Europa insgesamt 36 000 Säulen aufzustellen und dafür 250 Millionen Euro zu investieren. Installiert werden sie an den Standorten des Konzerns sowie bei den rund 3000 VW-Händlern in allen größeren Städten. Auch die Stadtwerke Hannover beteiligen sich am Ausbau. Enercity plant nach Angaben von Vorstandschefin Susanna Zapreva etwa 500 Ladepunkte.

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