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Wirtschaft Ehrgeizige Ziele
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19:37 12.02.2019
Das LNG-Bunker-Schiff „Kairos“ liegt am Kreuzfahrtterminal Steinwerder. Quelle: dpa
Hannover

Offiziell hat das eine mit dem anderen natürlich nichts zu tun. Wenn in Berlin deutsche Häfen im Beisein des US-Vize-Energieministers um den Zuschlag für ein Flüssiggas-Terminal buhlen, gehe es mitnichten darum, die Vereinigten Staaten mit Blick auf die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 milde zu stimmen, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Angesichts der sinkenden Gasförderung in der Nordsee habe Deutschland ein eigenes Interesse daran, seine Lieferquellen zu diversifizieren.

Dass der Verweis auf die Versorgungssicherheit bisher nicht gezogen hat, liegt an den Kosten: Gas erst zu verflüssigen und dann wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, ist sehr aufwendig – Lieferungen über Pipelines aus Norwegen oder Russland sind deshalb deutlich billiger. Deshalb verwundert es nicht, dass der Import von Flüssiggas zuletzt nur ein Siebtel der in Europa verbrauchten Menge ausmachte. In der Rangliste der Lieferanten liegen die USA weit abgeschlagen hinter Ländern wie Katar oder Algerien.

Die US-Exporteure verfolgen jedoch ehrgeizige Ziele – und Europa ist für sie wegen der räumlichen Nähe und geringerer Transportkosten ein attraktiverer Markt als Asien. Schwergewichte wie Exxon-Mobil glauben, dass Flüssiggas aus den Vereinigten Staaten angesichts der aktuellen Handelspreise auf dieser Seite des Atlantiks bald wettbewerbsfähig sein könnte. Dass der Widerstand aus Washington gegen zusätzliches Gas aus Russland nur aus der Sorge um wachsende Abhängigkeiten der Nato-Partner motiviert sein soll, ist deshalb schwer zu glauben. Die Interessen der US-Gasindustrie wiegen mindestens ebenso schwer.

Von Jens Heitmann

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