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Wirtschaft VW setzt auf E-Mobilität – und muss diesmal glaubwürdig liefern
Nachrichten Wirtschaft VW setzt auf E-Mobilität – und muss diesmal glaubwürdig liefern
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11:21 12.03.2019
Volkswagen-Logo. (Symbolbild) Quelle: Christophe Gateau/dpa
Wolfsburg

VW war schon immer ein extremes Unternehmen. Was einmal beschlossen ist, wird eisern durchgezogen – im Guten wie im Schlechten.

So wurde die Softwaremanipulation an Dieselmotoren zum weltweiten Wirtschaftsskandal, und so läuft jetzt die Selbstreinigung. Konzernchef Herbert Diess, erst seit einem Jahr im Amt, redet inzwischen mehr über Elektroautos als Tesla-Gründer Elon Musk.

Nun legt er noch einmal nach: Im Jahr 2050, Zieljahr der Pariser Klimakonferenz, soll der VW-Konzern klimaneutral arbeiten, und 2030 – das ist gerade einmal elf Jahre entfernt – sollen fast die Hälfte der Neuwagen einen Elektromotor an Bord haben. Kein anderer Autobauer setzt so konsequent auf E.

Schnelle Einführung der Elektromobilität unumgänglich

Das ist öffentlich gut zu verkaufen, niemand kann etwas dagegen haben. Das Ziel der Klimaneutralität verdient hohen Respekt und hat allein schon als Signal an die ganze Industrie seinen Wert. Und tatsächlich hat Diess recht, wenn er sagt, dass an der schnellen Einführung der Elektromobilität kein Weg vorbei führt.

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Klimaschutz und Abgasvorschriften erzwingen es, und für Übergangstechnologien fehlen Zeit und Geld. Und der Konzern hat schon einmal extrem ehrgeizige Ziele nur mit billigen Tricks erreicht – diesmal muss VW glaubwürdig liefern.

Doch Diess pokert hoch, denn der Erfolg der E-Offensive ist alles andere als garantiert. Die Umsetzung ist mit Risiken und Anstrengungen verbunden, wie sie Volkswagen noch nicht erlebt hat. Das gilt vor allem für die weltweit 660.000 Mitarbeiter des Konzerns.

Details behält Diess für sich, aber er macht keinen Hehl daraus, dass noch mehr gespart werden muss und noch mehr Arbeitsplätze abgebaut werden sollen als ohnehin geplant. Diesmal muss Diess nicht einmal mit den Gewinnerwartungen der Aktionäre argumentieren. Er verlangt Sparen für das Klima.

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Von Stefan Winter/RND

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