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Wirtschaft Keks-Millionär Hermann Bahlsen aus Hannover wird 85 Jahre alt
Nachrichten Wirtschaft Keks-Millionär Hermann Bahlsen aus Hannover wird 85 Jahre alt
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12:46 05.11.2012
Foto: Hermann Bahlsen feiert am 6. November 2012 seinen 85. Geburtstag.
Hermann Bahlsen feiert am 6. November 2012 seinen 85. Geburtstag. Quelle: dpa
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Hannover

Der Name Bahlsen steht für eine ganze Keks-Dynastie. Er ist zugleich ein Markenname, der weltweit Klang hat, seit Firmengründer Hermann Bahlsen ab 1889 englische „Cakes" unter dem eingedeutschten Namen Kekse auch in seiner Heimat salonfähig machte. Sein gleichnamiger Enkel feilte später lange Jahre mit am Erfolg der weltbekannten Marke. Der ehemalige Manager feiert am Dienstag, 6. November, seinen 85. Geburtstag.

Heute steht der langjährige Geschäftsführer nicht mehr so gerne im Rampenlicht. Großes Aufsehen will Hermann Bahlsen an seinem 85. Geburtstag um jeden Preis vermeiden. „Davon hatte ich in meinem Leben genug", sagt er und bittet um Verständnis: „Ich möchte nicht, dass von diesem Tag großes Aufhebens gemacht wird." Er bleibt damit seiner Linie treu, die ihn stets geprägt hat. Auf diejenigen, die ihn kennen, wirkt der in Burgwedel bei Hannover lebende Ex-Manager auch im hohen Alter weiter reiselustig und fit. Das Motto des einst begeisterten Jägers und Skifahrers: Kein Kaffee, nur selten Alkohol, keine Völlerei.

Den Zweiten Weltkrieg hatte er als 15-Jähriger zunächst als Flakhelfer und später dann bei der Marine erlebt. Die Zeit habe ihn sehr geprägt, gestand er in einem früheren Interview ein. Vor allem das Miteinander sei wichtig gewesen, es habe das Überleben gesichert. Schon früh prägte ihn eine ausgeprägte Neugier auf fremde Länder, die ihn rund um den Globus führte. In seiner aktiven Manager-Phase trat der Techniker eher nüchtern und zielorientiert auf. Er bekleidete nebenbei auch noch diverse Ehrenämter und festigte weltweit das positive Image des Unternehmens. 1956 hatte er die Leitung des damals neuen Bahlsen-Werkes in Barsinghausen bei Hannover übernommen. Drei Jahre später starb sein Vater, Anfang 1960 nahm er dessen Platz in der Geschäftsführung ein, an der Seite seiner beiden Onkel. Zunächst war er für die Produktion zuständig, später wurde er Sprecher des Unternehmens.

 Nach vier Jahrzehnten an der Bahlsen-Spitze verließ er 1996 den Hersteller von Dauerbackwaren. Seine beiden Vettern Werner M. und Lorenz Bahlsen hatten andere Vorstellungen für die Firmenstrategie. Schlagzeilen über erbitterte interne Machtkämpfe gab es damals. Die Differenzen wurden unüberbrückbar, bis es schließlich zur Realteilung des Konzerns in drei Unternehmen kam.

Werner M. Bahlsen behielt den Markennamen und machte weiter Süßes, Lorenz stellte unter der Marke seines Vornamens Chips und Salziges her. Der dritte Teil des Unternehmens, bestehend aus Auslandsbeteiligungen und Immobilien, ging an Hermann Bahlsen. „Es tut mir weh, wenn ich sehe, dass das Werk meines Großvaters geteilt wurde. Es ist dadurch schwächer geworden", hatte Bahlsen vor zehn Jahren anlässlich seines 75. Geburtstag gesagt.
Bahlsen ist als Traditionsbetrieb von Weltrang auch heute noch ein einflussreicher Name. Der Familien-Clan drückt nicht nur den nach Hannovers Universalgenie Leibniz benannten Keks-Packungen, sondern auch dem Wirtschaftsleben der Stadt seinen Stempel auf. Das 125-jährige Jubiläum in zwei Jahren wird mit dem 65. Geburtstag von Hermann Bahlsens Cousin, Werner M. Bahlsen, zusammenfallen. Der ist nach der Teilung des Unternehmens in den Süßgebäck- und den Snackbereich nicht nur Vorsitzender der Geschäftsführung für die Sparte mit den süßen Knabbereien, sondern seit einigen Jahren auch Präsident der Unternehmerverbände Niedersachsen.

dpa

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