Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Keine Erholung 2010
Nachrichten Wirtschaft Keine Erholung 2010
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:31 30.07.2009
Der Tiguan gehört im Moment zu den gefragtesten VW-Modellen.
Der Tiguan gehört im Moment zu den gefragtesten VW-Modellen. Quelle: Philipp Guelland/ddp
Anzeige

Daimler, Peugeot, Renault und andere haben aber bereits hohe Verluste gemeldet. Der operative Gewinn schrumpfte um fast zwei Drittel auf 1,2 Milliarden Euro, davon stammen allein 928 Millionen aus dem zweiten Quartal. Auch im Gesamtjahr erwarte der Konzern schwarze Zahlen, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch am Donnerstag bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz.

Auch im nächsten Jahr werde die Lage auf dem Automarkt schwierig bleiben, sagte Vertriebschef Detlef Wittig. Die Nachfrage, die in den vergangenen Monaten um ein Fünftel geschrumpft ist, werde auf diesem Niveau verharren. Wachstum in Märkten wie China und Brasilien werde durch einen Einbruch in Europa aufgefressen, den bisher staatliche Förderprogramme verhindern. So dürften in Deutschland dank der Abwrackprämie in diesem Jahr 3,7 Millionen Autos verkauft werden. Dafür erwartet Wittig im nächsten Jahr einen Absturz um eine Million Fahrzeuge. Rund 400.000 Autos seien konzernweit mit der Prämie bestellt worden, davon sei erst gut die Hälfte ausgeliefert.

Der Umsatz schrumpfte im ersten Halbjahr um knapp ein Zehntel auf 51,2 Milliarden Euro. Ohne die erstmalige Einbeziehung des Lkw-Herstellers Scania wäre das Minus noch deutlicher ausgefallen. Weltweit wurden 3,1 Millionen Autos der neun Konzernmarken verkauft, 4,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal nahmen die Auslieferungen leicht um 1,4 Prozent zu.

Auch die Ertragslage besserte sich von April bis Juni. Nachdem im ersten Quartal noch der Verkauf der brasilianischen Lkw-Sparte 500 Millionen Euro Ertrag gebracht und einen Verlust verhindert hatte, brachte das zweite Quartal auch ohne diesen Effekt einen Nettogewinn von 251 Millionen Euro. Allerdings ist dieses Quartal im Autogeschäft in der Regel auch das profitabelste.

Zu Details des Zusammenschlusses mit Porsche hielt sich Pötsch am Donnerstag bedeckt. Ziel sei es, gemeinsam den profitabelsten Autokonzern der Welt zu formen. VW werde in keinem Fall seine guten Noten bei den Ratingagenturen aufs Spiel setzen, von denen die Finanzierungskosten abhängen: „Wir werden beim Rating keine Kompromisse machen.“ Über eine mögliche Kapitalerhöhung sei „keine Entscheidung getroffen“. VW verfüge über 12 Milliarden Euro Nettoliquidität in der Autosparte und größtenteils ungenutzte Kreditlinien von 20 Milliarden Euro.

Stefan Winter 30.07.2009