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Wirtschaft Kein Sonderfonds für Schlecker-Mitarbeiter
Nachrichten Wirtschaft Kein Sonderfonds für Schlecker-Mitarbeiter
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13:53 22.06.2012
Foto: Wirtschaftsminister Bode ist gegen einen Sonderfonds für Schlecker-Mitarbeiter.
Wirtschaftsminister Bode ist gegen einen Sonderfonds für Schlecker-Mitarbeiter. Quelle: dpa
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Hannover

Nach dem Aus für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker will die niedersächsische Landesregierung keinen Sonderfonds für die Vermittlung der ehemaligen Mitarbeiter einrichten. Auch eine Transfergesellschaft für die noch verbliebenen Mitarbeiter schloss Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) am Freitag im Landtag in Hannover aus. „Wir wollen keine Arbeitssuchenden erster und zweiter Klasse“, sagte er. Die Arbeitsagentur sei der richtige Ansprechpartner, um diese „Herkulesaufgabe“ zu bewältigen.

Von den rund 1100 ehemaligen Schlecker-Mitarbeitern, die von der ersten Kündigungswelle im April betroffen waren, hätten inzwischen fast 300 einen neuen Arbeitsplatz gefunden. „Im Vergleich zu den anderen Bundesländern rangiert Niedersachsen damit bei der Vermittlung im vorderen Bereich“, sagte Bode.

Im Einzelhandel gab im April nach den Worten des Ministers 2600 offene Stellen. Es werde als sehr wahrscheinlich angesehen, dass die ehemaligen Mitarbeiter der Drogeriekette in absehbarer Zeit vermittelt werden könnten. Bode wies besonders auf ein Projekt im Raum Holzminden hin. Dort werden die ehemaligen Schlecker-Angestellten an Bäckereien und Fleischereien vermittelt. Vor allem für den ländlichen Raum werde nun geprüft, ob man das Modell ausweiten könne.

Auch dass die ehemaligen Schlecker-Beschäftigten zu Erziehern oder Altenpflegern umgeschult werden sei möglich, sagte Bode. Es dürfe jedoch keine „Ausbildung light“ auf Kosten der Qualität geben. Laut Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) sind derzeit landesweit 12.000 Erzieher in der Ausbildung. „Wir haben in Niedersachsen keinen Erzieherinnen- und Erziehermangel“, betonte er.

Insgesamt gehen in Niedersachsen durch die Schlecker-Insolvenz fast 2500 Arbeitsplätze verloren. Aus Sicht der Opposition trägt die Landesregierung Mitschuld daran, dass kein Investor gefunden werden konnte. Weil sie keine Transfergesellschaft gründen wollte, sei es zu einer hohen Zahl von Kündigungsschutzklagen gekommen, was Investoren abgeschreckt hätte.

dpa

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