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Wirtschaft Das Preis-Leistungs-Missverhältnis
Nachrichten Wirtschaft Das Preis-Leistungs-Missverhältnis
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07:05 27.05.2014
Von Lars Ruzic
Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt .
Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt . Quelle: dpa
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Nun kann man der neuen Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt nicht unterstellen, so schlicht gestrickt zu sein. Sie hat schließlich Wirtschaft studiert und war für Ikea in Europa und Asien tätig, bevor sie Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen an die Spitze des Warenhauskonzerns setzte. Und doch folgt ihr Vorgehen in den ersten Monaten obigem Muster.

Die Rabattaktionen bei der angeschlagenen Warenhauskette hat Sjöstedt deutlich zusammengestrichen. Während im März vergangenen Jahres noch 44 Prozent der verkauften Artikel als preisreduzierte Sonderangebote verkauft worden seien, sei der Anteil im März 2014 auf 35 Prozent gesunken, berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf einen internen Controllingbericht des Unternehmens.

Die Strategie sei allerdings „zweischneidig“, hieß es. Während der Verdienst von Karstadt je verkauftem Artikel gewachsen sei, sei die Ware in den 83 Filialen nun häufiger in den Regalen liegen geblieben. So sei der Umsatz im März im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 178 Millionen Euro zurückgegangen. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2013/2014 (30. September) sei der Umsatz insgesamt um 4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gesunken.

Die ehemalige Ikea-Managerin hatte Ende Februar die Leitung der Warenhauskette übernommen. Im vergangenen Monat hatte Sjöstedt in einem Brief an die Mitarbeiter über erste Verbesserungen berichtet und einen Verzicht auf unnötige Rabatte angekündigt. Teilweise sei neu eingegangene Ware bereits reduziert verkauft worden, hatte die Managerin damals beklagt. Dadurch seien die Margen des Unternehmens unnötig belastet worden. Ziel sei es, Karstadt als Ganzes profitabel zu machen.

Allerdings soll der Warenhauskonzern in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs weiter rote Zahlen geschrieben haben. Das Minus habe bei 34 Millionen Euro gelegen, hieß es. Immerhin haben sich die roten Zahlen damit offenbar deutlich verringert. Für das gesamte zurückliegende Geschäftsjahr 2012/2013 hatte das „Manager Magazin“ zuvor unter Berufung auf eine Aufsichtsratssitzung den Jahresfehlbetrag auf 127 Millionen Euro beziffert.

Doch ein Erfolg ist das nur bedingt. Wenn Karstadt so stark Umsatz verliert, zeigt das nur, dass die Kunden zwischen den (inzwischen weniger niedrigen) Preisen und der (kaum verbesserten) Leistung ein Missverhältnis sehen. Sjöstedt muss aufpassen, dass ihr nicht derselbe Kardinalfehler unterläuft, den schon viele aus dem Ausland abgeworbene Handelsmanager gemacht haben: die Preissensibilität der Deutschen zu unterschätzen.

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