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Wirtschaft KKH streicht fast jede zehnte Stelle
Nachrichten Wirtschaft KKH streicht fast jede zehnte Stelle
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08:24 13.11.2013
Von Jens Heitmann
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Hannover

Der Standort in Hannover werde im Zuge der Umstrukturierung hingegen personell gestärkt, sagte KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit am Dienstag der HAZ. „Unter dem Strich wollen wir knapp 30 Millionen Euro sparen.“

Für die Umstrukturierung gibt es offenbar mehrere Gründe. Zum einen leidet die KKH an einer vergleichsweise ungünstigen Zusammensetzung ihrer 1,8 Millionen Versicherten. Im Lager der Ersatzkassen blicken viele mit Neid auf die große Techniker Krankenkasse, die eine jüngere und gesündere Klientel anlockt als andere. Barmer, KKH und DAK hingegen tun sich deutlich schwerer, mit ihren Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds auszukommen.
Allerdings gibt das KKH offenbar auch zu viel für ihre Verwaltung aus. Während andere Kassen im Schnitt mit 120 Euro jährlich je Versicherten auskommen, seien es bei den Hannoveranern an die 140 Euro, hieß es bei den Gewerkschaften ver.di und GdS, mit denen die Kasse bereits über einen Sanierungstarifvertrag verhandelt. Kailuweit wollte die Zahlen so nicht bestätigen – er räumte aber ein, dass der KKH bis zu 2 Millionen Euro mehr für Verwaltungsaufgaben aufwendet, als sie dafür aus dem Gesundheitsfonds bekommt. Das sei aber schon ein Fortschritt: Früher habe die Differenz 8 bis 9 Millionen Euro betragen, sagte Kailuweit.

Mit der neuen Struktur reagiert die KKH nach eigenen Angaben aber auch auf das veränderte Verhalten ihrer Versicherten. Insbesondere bei jüngeren Mitgliedern gehe der Trend in Richtung Beratung über das Internet – flächendeckend Zentren mit Öffnungszeiten von 8 bis 18 Uhr an fünf Tagen in der Woche vorzuhalten sei nicht mehr zeitgemäß, hieß es.

Die Zahl der Servicezentren will die Kasse insbesondere in den Ballungsräumen ausdünnen: In Berlin soll die Zahl auf drei sinken, in Hamburg und München falle jeweils eine der beiden Einheiten weg, sagte Kailuweit. Maximal sollen die Zentren künftig für bis zu 50 000 Mitglieder zuständig sein, minimal für 12 000 Versicherte – bisher lag diese Grenze bei 10 000 Personen.

Zurzeit unterhält die KKH noch 13 Zentren, die für den Einzug von Beiträgen und die Abrechnung von Leistungen zuständig sind. Künftig sollen sich die Standorte Halle und München um die Leistungen kümmern, für Beiträge sind Hannover, Berlin, Köln, Frankfurt und Stuttgart vorgesehen. Diese Spezialisierung erfolge erst jetzt, da die Politik im Jahr 2011 noch über die Verlagerung des Beitragseinzugs an die Rentenversicherung nachgedacht habe, erklärte Kailuweit. Das sei inzwischen nicht mehr zu erwarten – deshalb müsse die KKH auch hier reagieren. Einschnitte plant die Kasse auch im Vertrieb: Hier soll die Zahl der Mitarbeiter von 470 auf 400 sinken.

In Hannover beschäftigt die KKH heute 900 Mitarbeiter, 800 davon in der Zentrale. Durch Verlagerungen aus anderen Standorten könnten hier weitere 40 Stellen entstehen, sagte Kailuweit.
Die Verhandlungen über den Sanierungstarifvertrag befinden sich erst am Anfang. Mit der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS) hat die Kasse erst kürzlich einen Haustarifvertrag abgeschlossen, der bis Mitte 2015 läuft und einen Lohnanstieg in zwei Stufen um 3 Prozent vorsieht.

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