Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft K+S kauft Kalikapazität in Kanada
Nachrichten Wirtschaft K+S kauft Kalikapazität in Kanada
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:10 23.11.2010
Kalibergwerk Werra von K+S
Kalibergwerk Werra von K+S Quelle: dpa
Anzeige

Für rund 434 Millionen kanadische Dollar, umgerechnet 311 Millionen Euro, will der einzige im Dax notierte Rohstoffkonzern das Explorationsunternehmen Potash One übernehmen. Es hat nichts mit dem kanadischen K+S-Konkurrenten Potash Corp. zu tun, den der australische Minenriese BHP Billiton vergeblich versucht hatte zu schlucken. Der Verwaltungsrat von Potash One habe der „freundlichen Übernahme“ bereits zugestimmt, teilte K+S am Montag mit.

Die Kasseler bieten den Aktionären von Potash One je 4,50 kanadische Dollar für jeden Anteilsschein. Dies entspricht nach Angaben von K+S einer Prämie von 31,3 Prozent auf den gewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen zehn Tage. Die Annahmefrist für das Angebot beträgt 35 Tage. Der Kauf kommt nur zustande, wenn K+S zwei Drittel der Potash-One-Aktien „angedient“ werden. Von den Vorstands- und Verwaltungsratsmitgliedern übernimmt K+S etwa 21 Prozent der Aktien.

Damit sei die Übernahme zwar noch nicht in trockenen Tüchern, sagte ein K+S-Sprecher. Aber man freue sich, dass „wir den Zuschlag bekommen haben“. Offenbar hat K+S mehrere Konkurrenten ausgestochen, die auch an Potash One interessiert waren.

Die Kanadier besitzen in der kalireichen Provinz Saskatchewan mehrere Lizenzen zum Abbau von Kali-Lagerstätten, auf die nun K+S den Zugriff bekommt. „Wichtigstes Asset“ ist das sogenannte Legacy Projekt, das schon weit fortgeschritten ist, wie der K+S-Sprecher berichtete. Dort erwarte man ab 2015 eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 2,7 Millionen Tonnen Kaliumchlorid. Das würde K+S 2,5 Milliarden US-Dollar an Investitionen kosten, mit denen in Saskatchewan 300 neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Die Lebensdauer der Mine schätzt K+S auf mehr als 50 Jahre. Bislang fördert K+S jährlich 7,5 Millionen Tonnen und ist nach Branchenprimus Potash und den russischen Konkurrenten Belaruskali und Silvinit weltweit die Nummer vier.

Mit der Übernahme von Potash One will K+S seine internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken, wie Konzernchef Norbert Steiner erklärte. Zugleich verlängere sich dadurch die durchschnittliche Lebensdauer der K+S-Bergwerke. Vor allem die deutschen Kaliminen seien schon alt, erklärte der Firmensprecher. Das heiße aber nicht, dass die Standorte in Frage gestellt würden, die Investitionen liefen weiter wie geplant.

Finanziell könnte K+S die Übernahme problemlos stemmen. Ende September betrugen allein die liquiden Mittel über 700 Millionen Euro. Die Börsianer blieben gestern jedoch skeptisch. Die K+S-Aktie war mit einem Abschlag von 2 Prozent zweitschwächster Wert im Dax.

Carola Böse-Fischer