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Wirtschaft Johnson Controls erweitert Produktion in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Johnson Controls erweitert Produktion in Hannover
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08:38 01.12.2010
An die Arbeit: Eric Mitchell, Stephan Weil und Jörg Bode (von links) testen die neue Produktionslinie von Johnson Controls in Hannover.
An die Arbeit: Eric Mitchell, Stephan Weil und Jörg Bode (von links) testen die neue Produktionslinie von Johnson Controls in Hannover. Quelle: Frank Wilde
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Hannover. Der US-Autozulieferer Johnson Controls rüstet seine europäische Batteriezentrale in Hannover für alternative Antriebe. Am Dienstag eröffneten Wirtschaftsminister Jörg Bode und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil eine erste Produktionsstraße für Batterien für sogenannte Start-Stopp-Autos, die sich etwa an der roten Ampel komplett ausschalten und so bis zu 10 Prozent Kraftstoff sparen können. Gleichzeitig erwägt der Konzern, die für Hybrid- und Elektroautos benötigten Lithium-Ionen-Zellen künftig auch in Hannover fertigen zu lassen.

„Die Batterie ist der entscheidende Faktor für die Elektromobilität“, sagte Bode. Hier sei Johnson Controls für Niedersachsen und die Stadt „eine treibende wirtschaftliche und innovative Kraft“. Das Ausschütten von Fördergeldern für neue Produktionslinien von Lithium-Ionen-Batterien, wie sie der Verband der Automobilindustrie fordert, sieht der Wirtschaftsminister dagegen kritisch. Die Summen, die hier investiert werden müssten, könnten zumindest für das Land kein Maßstab sein. Er deutete allerdings an, dass für Batteriehersteller die Nähe zu den Autokonzernen ein ausreichender Grund sein dürfte, um in hierzulande eine eigene Fertigung aufzubauen.

Johnson-Controls-Manager Stefan Suckow hatte zuvor berichtet, das Unternehmen habe zwei weitere Serienaufträge für Batteriesysteme von Hybridbatterien gewonnen. „Wir prüfen, inwieweit Hannover dafür als Serienstandort geeignet ist.“ Bislang konzentrieren sich die Spezialisten im Nordwesten der Stadt vor allem auf Entwicklung, Tests und Kleinserien von Batteriesystemen.

Ganz andere Zahlen dominieren den Bleibereich des Werks, wo Jahr für Jahr mehrere Millionen Batterien produziert werden. Europa-Chef Eric Mitchell sieht die klassische Autobatterie der Marke Varta nicht zuletzt dank der Start-Stopp-Technologie vor einem weiteren Wachstumsschub. Bis 2015 werde die Zahl der in Europa verkauften Batterien um 20 auf 50 Millionen steigen, prognostizierte der US-Amerikaner. Hannover als zweitgrößtes Werk auf dem Kontinent werde daran entscheidenden Anteil haben. „Wir stärken den Standort im globalen Wettbewerb.“ 60 neue Jobs seien allein im Bleibereich geplant, gut 100 Millionen Euro werden in Hannover und Zwickau investiert. Insgesamt arbeiten in Hannover rund 1000 Menschen. Oberbürgermeister Weil hob das Engagement der Amerikaner nach der Übernahme des Varta-Autobatteriegeschäfts 2002 hervor. „Johnson Controls tut dem Standort gut.“

Lars Ruzic