Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Bio-Kartoffeln zu häßlich für den Handel
Nachrichten Wirtschaft Bio-Kartoffeln zu häßlich für den Handel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 11.11.2013
Bei Kartoffel geht es nicht nur um den Geschmack. Häßliche Exemplare schaffen es gar nicht erst in den Handel.
Bei Kartoffel geht es nicht nur um den Geschmack. Häßliche Exemplare schaffen es gar nicht erst in den Handel. Quelle: dpa
Anzeige
Uelzen

Das berichteten Bio-Bauern und Handelseinkäufer auf einer Tagung des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen in Uelzen. Supermarktkunden legten an Bio-Ware die selben Kriterien an wie an konventionelle Produkte, berichtete Johannes von Eerde, für den Gemüseeinkauf für die bundesweit rund 3300 Rewe-Märkte verantwortlich. „Wenn die Optik nicht stimmt, bleibt die Ware liegen.“ Konkurrent Edeka verkauft derzeit in 20 Läden Kartoffeln und Obst mit kleinen optischen Mängeln zu einem günstigeren Preis, um zu testen, ob der Kunde solche Produkte akzeptiert. „Das Interesse der Medien an diesem Thema ist bisher leider größer als das der Verbraucher”, sagt Anja Vollgrebe, Leiterin des Qualitätsmanagements bei Edeka Nord.

„Wir verkaufen unsere Bio-Kartoffeln auch direkt auf dem Hof und da nehmen viele Kunden besondere Kartoffeln wie etwa in Herzform gerne mit. Der Handel kauft sie uns aber nicht ab”, klagte Landwirt Reiner Bohnhorst. Ein weiteres Problem aus Sicht der Bauern: Der Handel bevorzugt gewaschene Kartoffeln, obwohl diese nicht so lange haltbar sind und eher grün werden. „Viele Kunden wollen gewaschene Kartoffeln. Mit Kartoffeltüten, aus denen die Erde rausrieselt, hat man keine Chance“, sagte Matthias Brommer, Leiter des Qualitätsmanagements für Obst und Gemüse bei der Supermarktkette Tegut.

Viele Bio-Landwirte erhoffen sich von verarbeiteten Bio-Kartoffeln einen erhöhten Absatz ihrer B-Ware – etwa als Bio-Chips, -Gnocchi oder -Pommes. Für Claudia Jones, Professorin für Lebensmittelchemie an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, sind solche so genannte Convenience-Produkte, die schnell zubereitet werden können, der richtige Weg. „Kartoffeln müssen geschält und gekocht werden, das kostet Zeit, die sich viele Menschen nicht mehr nehmen. Carsten Niemann, Geschäftsführer der EZZ Bio Kartoffel Nord aus Lüchow, forderte, stärker als bisher die Qualitäten von Bio-Kartoffeln zu betonen, um den Absatz zu steigern. „Der Handel präsentiert Bio-Ware als reine Marke, es muss aber wieder mehr um Inhalte gehen.”

Der Anteil der Bio-Kartoffeln am Gesamtabsatz liegt in Deutschland bei 5,7 Prozent. Derzeit kostet ein Kilo Bio-Kartoffeln rund 1,30 Euro gegenüber 80 Cent für konventionell erzeugte Kartoffeln. Deutschland ist mit 10,6 Millionen Tonnen in der EU das größte Anbauland für Kartoffeln. Die meisten stammen aus Niedersachsen.

Wirtschaft Neuer Chef - neues Konzept - Zurück zum Sport
08.11.2013
Lars Ruzic 10.11.2013