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Wirtschaft Internet-Ausbau in Niedersachsen kommt ins Stocken
Nachrichten Wirtschaft Internet-Ausbau in Niedersachsen kommt ins Stocken
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08:20 12.10.2010
Der VDSL-Standard ist im Nordwesten Niedersachsens weiter Zukunftsmusik.
VDSL ist im Nordwesten Niedersachsens weiter Zukunftsmusik. Quelle: Archiv
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Hannover. Der geplante Ausbau schneller Internetverbindungen in acht niedersächsischen Städten kommt zum Erliegen. Die Deutsche Telekom und die Oldenburger Regionaltelefongesellschaft EWE Tel haben ihre Kooperation zum Netzausbau im Nordwesten aufgekündigt. Das teilte EWE Tel am Montag mit.

Mit der im Januar 2009 geschlossenen Vereinbarung wollten beide Unternehmen die Datennetze in Wilhelmshaven, Emden, Stade, Leer, Vechta, Cloppenburg, Aurich und Delmenhorst auf VDSL-Standard ausbauen. Damit sind Breitbandanschlüsse mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde möglich. Zum Vergleich: herkömmliche Internetanschlüsse bieten etwa zwei Megabit, andere bis zu 16 Megabit. Ein VDSL-Netz gibt es bisher nur in wenigen deutschen Städten, darunter in Hannover.

Als Gründe für das Ende der Planungen nannte ein EWE-Tel-Sprecher technische Probleme. Man habe gemerkt, dass das Projekt doch wesentlich komplexer sei als anfangs eingeschätzt. Zudem zeigten sich Telekom und EWE Tel unzufrieden mit der Regulierung der Netze. Sie befürchten, dass sich ihre Investitionen nicht wieder einspielen lassen, weil auch Konkurrenten die neuen Netze mitbenutzen dürften. Deshalb habe man sich bei Telekom und EWE Tel „einvernehmlich dafür entschieden“, die Pläne nicht weiter zu verfolgen.

Für die acht Städte lösen sich damit alle Hoffnungen auf eine schnelle Datenanbindung in Luft auf. Man sei mit den Bürgermeistern im Gespräch, sagte der EWE-Tel-Sprecher. Aber die Pläne für VDSL seien endgültig vom Tisch. EWE Tel will sich nun beim Internetausbau im Nordwesten auf andere Projekte konzentrieren.

In der Branche heißt es indes, das Oldenburger Unternehmen habe sich vermutlich übernommen. Im Mai gewann EWE Tel eine Ausschreibung zur Versorgung von rund 40 000 Haushalten im Nordwesten Niedersachsens mit 12 Millionen Euro Fördergeld. Zuvor hatte das Unternehmen schon den Zuschlag erhalten, das Datennetz der niedersächsischen Landesbehörden zu betreiben. Dafür müssen 2500 Gebäude mit 75 000 Festnetz- und 12 000 Handyanschlüssen vernetzt werden. Ein weiteres Großprojekt wie der VDSL-Ausbau mit der darin deutlich erfahreneren Telekom sei wohl zu viel auf einmal gewesen.

Auch intern steckt EWE Tel derzeit im Umbruch. Gleich drei der vier Geschäftsführer müssen gehen. Man habe aber bereits erfahrene Manager aus der Telekommunikationsbranche als Nachfolger gefunden, hieß es. In den nächsten Tagen sollen sie vorgestellt werden. EWE Tel ist ein Tochterunternehmen des Energieversorgers EWE und wurde bisher von Managern aus dem Mutterkonzern gelenkt.

Helmuth Klausing

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