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Wirtschaft Ihr Platz schließt jeden vierten Laden
Nachrichten Wirtschaft Ihr Platz schließt jeden vierten Laden
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14:32 04.03.2012
Von Lars Ruzic
Die Drogeriekette Ihr Platz muss jeden vierten Laden schließen.
Die Drogeriekette Ihr Platz muss jeden vierten Laden schließen. Quelle: dpa
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Hannover

Bei der insolventen Osnabrücker Drogeriekette Ihr Platz fällt der Kahlschlag etwas sanfter aus als im Mutterkonzern Schlecker. Wie der Insolvenzverwalter Werner Schneider am Freitag mitteilte, sollen 142 der 612 Filialen schließen. Mehr als 900 der 5350 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Dem Vernehmen nach steht schon fest, welche Läden der Schrumpfkur zum Opfer fallen werden, allerdings soll das den betroffenen Mitarbeitern zuerst mitgeteilt werden. Niedersachsen dürfte von der Streichung überproportional betroffen sein, denn im Heimatland des traditionsreichen Händlers steht fast jede sechste Filiale, darunter drei in der Region Hannover.

Zudem sei zu erwarten, dass auch die Osnabrücker Zentrale Stellen abbauen müsse, sagte ein Sprecher, ohne Zahlen zu nennen. Für Ihr Platz ist es die zweite Insolvenz innerhalb von fünf Jahren. Seinerzeit hatte Schlecker das 1895 gegründete Pleiteunternehmen übernommen und wollte es zu seiner Premiummarke ausbauen. Allerdings gingen der Mutterhaus auch dafür zusehends die Gelder aus. Insolvenzverwalter Schneider sieht in Ihr Platz "ein im Kern gesundes Unternehmen mit guten Lagen und positivem Image". Tatsächlich waren die Osnabrücker schon im ersten Insolvenzverfahren saniert und Filialen geschlossen worden. Übrig blieben Geschäfte, die zumindest in Größe und Lage mit den wachstumsstarken Konkurrenten Rossmann und dm mithalten konnten.

Ihr Platz verfüge über eine eigenständig funktionierende Verwaltung und sei lediglich über Warenbezug und Logistik mit Schlecker verbunden, so Schneider. Das habe letztlich die Insolvenz ausgelöst. Der Wirtschaftsprüfer sieht deshalb auch gute Verkaufschancen für das Osnabrücker Unternehmen. Er hat bereits mehrere Fachleute mit der Investorensuche beauftragt. Denn Schneiders Wunsch wäre es, Ihr Platz möglichst schnell an einen "einzelhandelserfahrenen Investor" abzugeben. Dazu würden schon bald Gespräche mit Interessenten geführt, hieß es. Ob auch direkte Konkurrenten dazugehören, liegt im Dunkeln. Dirk Roßmann hatte unlängst an höchstens 80 Läden aus dem Schlecker-Reich Interesse gezeigt. Der einstige Branchenriese hatte am Mittwoch mitgeteilt, jede zweite Filiale in Deutschland schließen zu müssen. Fast 12.000 Beschäftigte stehen vor der Entlassung.

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