Hoher Verlust beim Stahlkonzern Salzgitter
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18:10 14.01.2020
Die Salzgitter AG will Arbeitsprozesse effizienter machen. Ob im Zuge dieser Restrukturierungen auch Arbeitsplätze wegfallen, ist noch unklar. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Der Stahlkonzern Salzgitter ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Vor allem wegen einer hohen Kartellstrafe rechne der Vorstand mit einem Verlust zwischen 250 und 280 Millionen Euro vor Steuern, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Ursprünglich hatte die Firma für das operative Geschäft einen Vorsteuergewinn zwischen 125 und 175 Millionen Euro angekündigt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Salzgitter AG ihre Erwartungen zweimal nach unten korrigieren müssen.

Das Bundeskartellamt hat im Dezember wegen Preisabsprachen bei Stahlblechen gegen ThyssenKrupp, Salzgitter und Voestalpine Bußgelder von insgesamt etwa 646 Millionen Euro verhängt. Die Konzerne sollen sich zwischen Mitte 2002 und Juni 2016 regelmäßig bei Aufpreisen für bestimmte Quartobleche in Deutschland abgestimmt haben, die unter anderem im Stahl- und Brückenbau zum Einsatz kommen. Salzgitter musste dem Vernehmen nach 210 Millionen Euro zahlen.

Konzern schließt Kündigungen aus

Neben der Kartellstrafe fallen wegen des Sparprogramms „FitStructure 2.0“ noch Rückstellungen in Höhe von rund 65 Millionen Euro an. Das Programm sehe verschiedene Maßnahmen zur Optimierung diverser Prozesse vor, erklärte ein Konzernsprecher. Ob im Zuge dieser Restrukturierungen auch Arbeitsplätze wegfallen, sei noch nicht entschieden. Im schlimmsten Fall könne eine dreistellige Zahl an Stellen wegfallen, hieß es. Kündigungen seien aber ausgeschlossen.

Für das laufende Jahr rechnet die Salzgitter AG im operativen Geschäft mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Seit Jahresbeginn hätten die Stahlpreise zwar angezogen, sagte der Konzernsprecher. Das Niveau sei aber immer noch niedriger als im Januar 2019, weil die Preise im Verlauf der zweiten Jahreshälfte deutlich nachgegeben hätten. In den ersten neun Monaten 2019 war der Umsatz von Salzgitter gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um etwa 4 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro gesunken. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 30 Millionen Euro – nach einem Überschuss von 194 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

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