Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Hochglanz-Bilanz für die „Nutzis“
Nachrichten Wirtschaft Hochglanz-Bilanz für die „Nutzis“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:16 17.03.2012
Von Stefan Winter
Der Amarok wird auch in Hannover produziert.
Der Amarok wird auch in Hannover produziert. Quelle: Rainer Droese
Anzeige
Hannover

Nach den Rekorden 2011 will VW Nutzfahrzeuge noch eins drauflegen. Das vergangene Jahr habe Höchststände bei Absatz, Umsatz und Gewinn gebracht, sagte Markenchef Wolfgang Schreiber am Mittwoch in Hannover. "Wir wollen noch einmal deutlich wachsen in diesem Jahr", kündigte Vertriebschef Harald Schomburg an - trotz bestenfalls stagnierender Nachfrage in Europa. Die entscheidenden Impulse sollen neue Märkte in Übersee, der Produktionsstart des Amarok in Deutschland und Zuwächse des runderneuerten 3,5-Tonners Crafter bringen.

Der Vertriebschef wird allerdings nicht mehr dabei sein. Schomburg verlässt das Unternehmen wie erwartet Ende März und wird durch den ehemaligen Mercedes-Manager Bram Schot ersetzt. Schreiber verabschiedete den Kollegen "nach sechs sehr, sehr erfolgreichen Jahren" mit Dank "für eine tolle Leistung". Damit sind seit dem Amtsantritt von VW-Konzern-Vertriebschef Christian Klingler Anfang 2010 fast alle Schlüsselstellen dieses Bereichs neu besetzt worden.

Schomburg verabschiedete sich mit einem Rekordabsatz. Nach dem tiefen Sturz 2009 ist der Absatz zwei Jahre lang jeweils um mehr als 20 Prozent gestiegen auf nun 528810 Fahrzeuge. Der Umsatz kletterte parallel auf knapp 9 Milliarden Euro, der Marktanteil in Europa auf 16,6 Prozent. Getrübt wird das Bild nur vom leicht geschrumpften Absatz der Transporter/Multivan-Reihe in Deutschland. Man habe "nicht jede der teils ruinösen Rabattschlachten" mitgemacht, erklärte Schomburg.

"Unser Wachstumskurs war hoch profitabel", betonte Schreiber: Der operative Gewinn verdoppelte sich nahezu auf 449 Millionen Euro, was die Umsatzrendite auf 5 Prozent brachte - ebenfalls Rekord. Das Niveau wolle man halten, erklärte Finanzchef Klaus-Dieter Schürmann, der allerdings an den Finanzmärkten zunehmende Risiken sieht.

Über Kooperationsmöglichkeiten mit der neuen Konzernschwester MAN wird nach Schreibers Worten noch beraten. Im Moment geht es vor allem um zwei mögliche Projekte. Die Münchener haben angekündigt, dass sie einen leichten, robusten Lkw vor allem für die Schwellenmärkte bauen wollen. "Selbstverständlich arbeiten wir mit MAN zusammen, auch auf dem Gebiet dieses Leicht-Lkw", sagte Schreiber. Ein solches Fahrzeug könne unter mehreren Konzernmarken verkauft werden. VWN hat bisher nichts Vergleichbares im Programm. Denkbar sei eine Zusammenarbeit außerdem beim Nachfolger des Crafter. Der schwere Transporter ist ein Schwestermodell des Mercedes Sprinter und wird von Daimler gebaut. Der Kooperationsvertrag läuft noch bis Ende 2016. Denkbar seien eine Verlängerung, ein neues Projekt mit MAN oder der Start einer ganz anderen Kooperation. Es ist aber kein Geheimnis, dass die Wolfsburger Konzernzentrale nach den hohen Investitionen ins Lkw-Geschäft eine Vorliebe für MAN haben.

Bernd Haase 14.03.2012
Dirk Stelzl 14.03.2012
Albrecht Scheuermann 14.03.2012