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Wirtschaft Mit Bürgschaften zur eigenen Firma
Nachrichten Wirtschaft Mit Bürgschaften zur eigenen Firma
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00:16 17.06.2016
Von Albrecht Scheuermann
„Ohne die Bürgschaftsbank würde es uns nicht geben“: Der Autolackierbetrieb Boya – hier ein Mitarbeiter in Hannover – expandiert.
„Ohne die Bürgschaftsbank würde es uns nicht geben“: Der Autolackierbetrieb Boya – hier ein Mitarbeiter in Hannover – expandiert. Quelle: dpa
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Hannover

Wer seinen eigenen Betrieb aufbauen will, muss nicht nur sein Handwerk verstehen – sondern für den Start auch genügend Geld auftreiben. Vor diesem Problem stand vor etwas mehr als zehn Jahren Murat Cokalp. Das Geschäft der Unfallreparatur hatte der gelernte Autolackierer mit Meisterbrief zwar aus dem Effeff gelernt, aber es mangelte am nötigen Kleingeld. „Von der Mama konnte ich mir 10 000 Euro leihen“ – aber das reichte bei Weitem nicht. Kredit von der Bank gibt es für einen Firmengründer ohne Sicherheiten normalerweise auch nicht.

An dieser Stelle kam die Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB) ins Spiel. Sie gab Cokalp und seinen beiden Geschäftspartnern Günay Eryigit und Ali Albayrak die nötigen Garantien für die erste halbe Million Euro Bankkredit – und so konnten sie 2005 das Boya-Auto-Zentrum in Hildesheim gründen. Heute hat das Unternehmen auch einen großen Standort in Hannover, beschäftigt fast 100 Mitarbeiter, macht 8 Millionen Euro Umsatz und sieht sich als einen der modernsten Reparaturbetriebe in Deutschland. Vor allem die Zusammenarbeit mit allen namhaften Autoversicherern hat das Hildesheimer Unternehmen vorangebracht, dessen Karosseriebauer und Lackierer jährlich etwa 6000 Unfallautos auf Vordermann bringen. Cokalp lässt keinen Zweifel daran: „Ohne die Bürgschaftsbank würde es uns nicht geben.“

Die Dienste der NBB nahm der türkischstämmige Cokalp auch nach der Gründung weiter in Anspruch. Schließlich folgten Millioneninvestitionen in Hildesheim und Hannover. Und gerade jetzt will er wieder bis zu 3 Millionen in die Erweiterung des hannoverschen Betriebs stecken.

Auch der Präsident der Handwerkskammer Hannover, Karl-Wilhelm Steinmann, schätzt den Beitrag der NBB für die etwa 19 000 Handwerksbetriebe in Niedersachsen hoch ein. „Es ist schwierig, Geschäfte über lange Zeiträume vorzufinanzieren, davon kann ich als Bauunternehmer ein Lied singen.“ Deshalb seien die Handwerksbetriebe „dankbar“, dass es die NBB und ihr Schwesterunternehmen Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) gibt. Die Fördereinrichtungen spielten auch eine zunehmend wichtige Rolle bei der Finanzierung von Übernahmen im Handwerk, wenn der Firmeninhaber einen Nachfolger sucht, dieser jedoch den Kaufpreis nicht stemmen kann.

Die 1953 gegründete NBB verhilft kleinen Firmen und Freiberuflern in Niedersachsen ohne ausreichende Sicherheiten mit Bürgschaften zu Bankkrediten. Die mit der NBB verbundene MBG unterstützt Firmen mit Eigenkapital in Form von stillen Beteiligungen.

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