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Wirtschaft Hedgefonds-Klage gegen Porsche abgewiesen
Nachrichten Wirtschaft Hedgefonds-Klage gegen Porsche abgewiesen
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15:45 26.03.2015
Foto: Eine Schadensersatzforderung mehrerer Hedgefonds in Milliardenhöhe wies das Stuttgarter Oberlandesgericht am Donnerstag zurück.
Eine Schadensersatzforderung mehrerer Hedgefonds in Milliardenhöhe wies das Stuttgarter Oberlandesgericht am Donnerstag zurück. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Stuttgart

Porsches Übernahmeversuch von Volkswagen kostete Anleger, die bei Kurswetten falsch getippt hatten, vor einigen Jahren viel Geld. Das verlangen Investoren inzwischen von der Porsche-Holding PSE zurück - nicht unbedingt mit Erfolg. Eine Schadensersatzforderung mehrerer Hedgefonds in Milliardenhöhe wies das Stuttgarter Oberlandesgericht am Donnerstag zurück. Worum ging es? Wegen des gescheiterten Übernahmeversuchs von Volkswagen im Jahr 2009 hat die Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE/PSE) als Dachgesellschaft des Sport- und Geländewagenbauers diverse Rechtsstreitigkeiten am Hals.

Auch im aktuellen Fall ging es um den spektakulären Wirtschaftskrimi: Mehrere Hedgefonds fühlten sich rückblickend getäuscht und forderten deswegen Geld zurück, das sie damals an der Börse verloren haben. Insgesamt ging es um fast 1,2 Milliarden Euro. Wie lautete die Begründung der Hedgefonds? Im Mittelpunkt standen Pressemitteilungen aus dem Jahr 2008. Damals hatte die Holding zunächst bestritten, ihren Anteil am VW-Konzern auf 75 Prozent aufstocken zu wollen.

Einige Monate später gab sie dann aber bekannt, genau diesen Plan zu verfolgen. Die Aktienkurse schossen nach oben - Anleger, die auf fallende Kurse gewettet hatten, verloren viel Geld. Sie warfen der PSE vor, die Öffentlichkeit über ihre wahren Absichten bewusst im Unklaren gelassen zu haben. Die Porsche SE wies das stets zurück. Wie begründete das Gericht sein Urteil zugunsten der PSE? Nach Ansicht des Gerichts hat Porsche keine "grob unrichtigen Auskünfte" gegeben. Die von den Fonds beanstandete Pressemitteilung der Porsche SE sei "allenfalls doppeldeutig gewesen".

Ein Schädigungsvorsatz sei nicht feststellbar - ebenso wenig wie ein Kausalzusammenhang zwischen bestimmten Börsengeschäften der Fonds und von Porsche veröffentlichten Informationen. Welche Rechtsstreitigkeiten hat die Porsche SE deswegen noch? So einige - Schauplätze sind Braunschweig, Stuttgart, Hannover oder auch Frankfurt. Manche Klagen wanderten von einem Gericht zum anderen, weil die Zuständigkeiten umstritten waren. Der aktuelle Prozess wechselte etwa von New York nach Deutschland. Gibt es schon andere Entscheidungen?

Im Zusammenhang mit dem Versuch der VW-Übernahme wurde Porsches früherer Finanzchef Holger Härter bereits wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt. Um Anleger, die sich falsch informiert fühlten, ging es dabei jedoch nicht. In Braunschweig hat die Porsche SE zudem bereits zweimal rechtskräftig gewonnen. Ein Verfahren geht nach einem PSE-Sieg in die Berufung. Was hat der Sport- und Geländewagenbauer Porsche damit zu tun? Beim Namen Porsche denken die meisten zuerst an die Stuttgarter Sport- und Geländewagenschmiede.

Diese hat mit den Klagen aber nicht direkt etwas zu tun. Die Vorwürfe richten sich gegen die Dachgesellschaft Porsche SE, zur Zeit der Übernahmeschlacht gehörte das operative Porsche-Geschäft aber noch zu dieser Holding. Neben der Porsche AG war die Holding auch damals schon an Volkswagen beteiligt. Um den Ausbau dieser VW-Beteiligung geht es im aktuellen Streit. Wie ging die Geschichte damals aus? Es lief für die Stuttgarter nicht nach Plan. Die Porsche SE verhob sich bei dem Versuch, sich die Macht bei VW zu sichern.

Am Ende kam es daher anders: Im August 2012 drehte Volkswagen den Spieß um und verleibte sich das Porsche-Geschäft, das bis dahin unter dem Dach der Porsche SE war, komplett ein. Die Porsche SE selbst ist seitdem fast ausschließlich an Volkswagen beteiligt - profitiert darüber aber letztlich noch immer von den Erfolgen der Sportwagenschmiede.

dpa

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