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Nachrichten Wirtschaft Hanomag verlängert Jobgarantie
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12:49 25.06.2009
Von Lars Ruzic
Hannover Oberbürgermeister Stephan Weil Testgelände Komatsu Hanomag Baumaschinenhersteller Wirtschaftskrise
Großer Bahnhof zur Einweihung: Die Belegschaft besichtigt das neue Komatsu-Testgelände in Hannover-Linden. Quelle: Rainer Dröse
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Am Mittwoch nahm der Baumaschinenspezialist ein neues Testgelände sowie mehrere Prüfstände in Betrieb. Gleichzeitig verlängerten Unternehmen und Arbeitnehmerseite eine Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung um sechs Monate. Bis zum Jahresende will Komatsu Hanomag auf Entlassungen verzichten, die Beschäftigten nehmen im Gegenzug Einbußen bei Arbeitszeit und Lohn in Kauf. „Wir machen einen engen Schulterschluss in schwieriger Zeit“, sagte Hanomag-Chef Göksel Güner.

Wie fast alle Unternehmen in den Fahrzeugindustrie muss auch der Baumaschinenhersteller mit Auftragsrückgängen von bis zu 65 Prozent zurechtkommen. Derzeit zeichne sich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ab, berichtete Güner. Im Juni werde man immerhin an fast zwei Wochen fertigen, noch im Frühjahr kam die Produktionsbelegschaft gerade noch an drei Tagen im Monat in die Produktionshallen nach Hannover-Linden. Ohne die Möglichkeiten des Tarifvertrags, der eine Senkung der Arbeitszeit auf 29 Stunden in der Woche anbietet, sowie der Kurzarbeit wäre Komatsu längst zu Massenentlassungen gezwungen gewesen.

Güner will jedoch die Stammbelegschaft „weitestgehend“ erhalten, um für den nächsten Aufschwung gerüstet zu sein. Wenn er jetzt in Massen Personal abbaue, um später wieder neue Kräfte einarbeiten zu müssen, sei das unterm Strich auch für das Unternehmen teurer, rechnete Güner vor. Mit der Belegschaft wurde eine Ausdehnung der Kurzarbeit im Angestelltenbereich sowie eine Umlage des Urlaubsgelds auf mehrere Monate vereinbart. Durch den Abbau von Leiharbeitern und freiwilligen Abgängen ist die Mannschaft in Hannover bereits von gut 1100 auf 730 Mitarbeiter reduziert worden.

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) lobte die Kooperation von Management und Belegschaft bei Komatsu. „Davon könnte sich das eine oder andere Unternehmen in Hannover eine Scheibe abschneiden“, sagte er mit Blick auf Konzerne wie Conti oder Wabco, die derzeit über Sozialpläne verhandeln. Weil lobte zudem das „vorbildliche Verhalten des Eigentümers“. Der japanische Mutterkonzern Komatsu sende mit seinem Festhalten an den Investitionen in Hannover „das richtige Signal in der Krise“.

Mit dem 26.500 Quadratmeter großen Testgelände direkt neben den Werkshallen eröffnete Weil gestern ein Herzstück des neuen Europäischen Entwicklungszentrums, das Komatsu in Hannover betreiben wird. Die frühere Hanomag ist künftig für alle Innovationen auf dem Alten Kontinent verantwortlich. Gut 3,4 Millionen Euro wurden investiert, mittelfristig sollen 15 neue Ingenieurstellen geschaffen werden. Insgesamt hat Komatsu seit 2005 mehr als 42 Millionen Euro in den Standort gesteckt.