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Wirtschaft Hannover Rück peilt Rekordgewinn an
Nachrichten Wirtschaft Hannover Rück peilt Rekordgewinn an
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22:23 06.11.2012
Von Albrecht Scheuermann
Der Versicherer Hannover Rück ist auf Kurs zu einem Rekordgewinn. Quelle: dpa
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Hannover

Die Hannover Rück hat am Dienstag mit ihrem Zwischenbericht zum dritten Quartal die Börsianer begeistert. Zeitweise kletterte der Aktienkurs über 57 Euro – gegenüber dem Vortagsschluss von 53,51 Euro ein Plus von mehr als 7 Prozent.Später ging der Kurs wieder etwas zurück, es blieb jedoch ein Anstieg um mehr als 4 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen einen Nettogewinn von über 800 Millionen Euro für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt.

In einer Mitteilung sprach die Talanx-Tochter von einem „außerordentlich guten“ Ergebnis in den ersten neun Monaten des Jahres. So schloss der drittgrößte Rückversicherer der Welt die Berichtsperiode mit einem Nettogewinn von 671 Millionen Euro ab. Nach diesem Rekordwert in den drei Quartalen könnte auch das Gesamtjahr mit dem höchsten Gewinn der Firmengeschichte abschließen. „Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass ein Konzernergebnis von mehr als 800 Millionen Euro realistisch ist“, sagte Konzernchef Ulrich Wallin. Voraussetzung für dieses „sehr erfreuliche Ergebnis“ sei jedoch, dass die Großschäden insgesamt das dafür vorgesehene Jahresbudget von 560 Millionen Euro nicht überschreiten und die Kapitalmärkte nicht verrückt spielen.

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Allerdings hat sich nach Abschluss des dritten Quartals mit dem Hurrikan „Sandy“ in den USA bereits eine teure Naturkatastrophe ereignet, die nach ersten Schätzungen die Versicherungsbranche weltweit mit bis zu 20 Milliarden Euro belasten könnte. Gleichwohl sieht Hannover Rück noch keinen Grund, von der Gewinnprognose Abstriche zu machen. Derzeit könne man aber noch keine „seriösen Aussagen“ zu den Belastungen aus diesem Großschaden machen, räumte Hannover Rück ein.

Das hervorragende Abschneiden in den ersten neun Monaten spiegelt auch der  Buchwert des Unternehmens wider. Das auf die Aktionäre entfallende Eigenkapital sprang von 5,0 auf 5,9 Milliarden Euro, der Buchwert je Aktie erhöhte sich entsprechend von 41,2 auf 49,1 Euro.

Dazu haben gleichermaßen gute versicherungstechnische Ergebnisse und üppige Kapitalgewinne beigetragen. Der Wert der Kapitalanlagen nahm in der Berichtsperiode um 10 Prozent auf 31,2 Milliarden Euro zu, das Nettoergebnis daraus kletterte sogar um mehr als 15 Prozent auf 822 Millionen Euro. Darin stecken allerdings auch unrealisierte Gewinne von gut 60 Millionen Euro.

Die Schadenbelastung erreicht mit etwa 60 Millionen Euro nur ein Drittel des Erwartungswertes. Der Rückversicherer nannte als teuersten Einzelschaden die Dürrekatastrophe in den USA, die zu immensen Schäden in der Landwirtschaft geführt habe.

Hannover Rück nahm in den ersten neun Monaten Prämien von 10,3 Milliarden Euro ein, ein Anstieg von 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hierbei half dem Unternehmen auch der stärkere Dollar, wechselkursbereinigt blieb aber immer noch ein Plus von 8,6 Prozent.

n Mehr Katastrophenschäden: Die Allianz-Versicherung rechnet mit einer starken Zunahme der Schäden durch Naturkatastrophen in den nächsten Jahren. „Viele der Millionenmetropolen sind unzureichend auf Stürme vorbereitet, wie ,Sandy‘ in New York zeigte“, sagte der Allianz-Meteorologe Markus Stowasser am Dienstag in München. Mit der Klimaerwärmung steige der Meeresspiegel. Trotzdem nehme die Besiedlung der Küsten zu, und die Vermögenswerte wüchsen weiter, vor allem in Asien.

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