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Wirtschaft Gratis-Girokonto: Wo lauern versteckte Kosten – und wann drohen Negativzinsen?
Nachrichten Wirtschaft Gratis-Girokonto: Wo lauern versteckte Kosten – und wann drohen Negativzinsen?
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13:04 24.05.2019
Die Bargeldauszahlung vom Girokonto ist bei den Banken kostenlos, aber für diverse weitere Dienstleistungen fallen Gebühren an. Quelle: Foto: Angelika Warmuth/dpa
Frankfurt/Main

Die meisten Sparer haben sich von Zinsen schon lange verabschiedet. Für ihr Guthaben auf dem Tagesgeldkonto gibt es derzeit kaum etwas. Gerade einmal 0,11 Prozent Zinsen zahlen Banken im Durchschnitt für die Einlagen, ermittelte die FMH-Finanzberatung aus Frankfurt. Grund dafür ist das Dauertief bei den Leitzinsen.

Auch zahlreichen Banken fällt das Geldverdienen im derzeitigen Niedrigzinsumfeld schwer. Parken die Institute Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), müssen sie dafür sogar 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Immerhin: „Negativzinsen geben die Geldinstitute in der Regel nicht an die Kunden weiter“, erklärt FMH-Inhaber Max Herbst. „Es sei denn, es sind Großkunden mit mehr als 100 000 Euro.“

Laut einer Auswertung der Konditionen von etwa 800 Anbietern durch das Vergleichsportal Verivox erheben derzeit gerade einmal 14 Geldinstitute Negativzinsen – und das auch nur für Guthaben ab 100 000 Euro. Der niedrigste Negativzinssatz liegt aktuell bei 0,2 Prozent, der höchste bei 0,6 Prozent.

Noch sind Negativzinsen selten

Negativzinsen für Privatkunden sind die absolute Ausnahme“, erklärt Oliver Maier von Verivox. „Die Geldhäuser scheuen das negative Echo in der öffentlichen Wahrnehmung.“ Für Herbst ist die Strategie der Geldhäuser, bei großen Anlagesummen Negativzinsen zu verlangen, allerdings nachvollziehbar: „Die Anleger kaufen sich Sicherheit bei den Banken. Sie könnten ihr Geld ja auch anders anlegen.“

Doch auch, wenn die große Masse der Kunden keine Negativzinsen zahlen muss – umsonst sind die Dienste der Banken für sie in der Regel auch nicht. Denn sogar das Girokonto kostet in den meisten Fällen Geld. „Wer Dienstleistungen seiner Bank in Anspruch nehmen will, muss dafür häufig auch bezahlen“, erklärt Heike Nicodemus von der Stiftung Warentest in Berlin.

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Das Problem: Es gibt keine einheitlichen Regelungen, nach denen Banken und Sparkassen einzelne Serviceleistungen rund um das Geld mit Gebühren belegen dürfen. Kosten für den Kontoauszugsdrucker, Gebühren für die Verarbeitung von Überweisungen auf Papier oder ein bestimmter Aufschlag für die Girokarte – die Palette der Kostenpositionen ist vielfältig.

Kunden sollten sich deshalb fragen: Was sind mir die Dienstleistungen der jeweiligen Bank wert?, rät Herbst. Dabei komme es immer auf die eigenen Bedürfnisse an. Wer zum Beispiel auf dem Land lebt und nur Geldautomaten in der Nähe hat, sollte überlegen, wie oft er Bares abhebt und ob er dafür bereit ist, Gebühren zu zahlen.

Die Girokarte sollte umsonst sein

Wichtig aus Sicht von Nicodemus: „Die Girokarte sollte umsonst sein.“ Schließlich ist diese für die Nutzung des eigenen Kontos grundlegend. „Dagegen muss eine kostenlose Kreditkarte nicht zwingend sein.“ Für häufige Aufenthalte im Ausland ist es dagegen ratsam, eher eine Kredit- als eine Girokarte zu haben.

Direktbanken sind am günstigsten

Wer ein wirklich kostenloses Konto sucht, der muss häufig bereit sein, seine Geldgeschäfte selbst in die Hand zu nehmen. Denn derzeit bieten vor allem Direktbanken ihren Kunden kostenfreie Kontenmodelle an, hat Heike Nicodemus beobachtet. Seinen Zahlungsverkehr muss der Kunde dabei weitgehend selbst verwalten.

Welcher Preis für ein Konto ist angemessen? 5 Euro pro Monat oder 60 Euro pro Jahr sind aus Sicht von Herbst und Nicodemus in Ordnung. Dafür können Kunden neben der Girocard und den Onlinebuchungen auch die Abwicklung von weiteren Transaktionen und je nach Bank das Bereitstellen von Geldautomaten, Beratung sowie sicherer Technik fürs Onlinebanking erwarten. „Wer mehr für ein Konto bezahlt, sollte über einen Wechsel nachdenken“, rät Nicodemus.

Von Falk Zielke

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