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Wirtschaft Bauern füllen ihre Kornkammern
Nachrichten Wirtschaft Bauern füllen ihre Kornkammern
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21:03 06.07.2014
Von Carola Böse-Fischer
Foto: Höhere Erträge machen kleinere Flächen wett: In Niedersachsen sind wieder die Mähdrescher unterwegs.
Höhere Erträge machen kleinere Flächen wett: In Niedersachsen sind wieder die Mähdrescher unterwegs. Quelle: Körner
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Algermissen

Jetzt rollen die Mähdrescher auch wieder in Niedersachsen über die Felder. Die Getreideernte hat begonnen, als erstes bringen die Landwirte die Winter- und Sommergerste ein, dann folgen Roggen und Raps. Als letztes ist der Weizen an der Reihe. Anders als vor allem im Südwesten Deutschlands hat es hierzulande ausreichend geregnet, sodass die Bauern wieder eine gute Getreideernte einfahren werden, wie Konrad Weiterer, Präsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), beim Erntegespräch des Landhandels erläuterte.

Mit 6,4 Millionen Tonnen wird die Menge nach jüngster Schätzung ebenso hoch wie in der vorigen Saison ausfallen – obwohl die Anbaufläche um 2 Prozent auf 1,19 Millionen Hektar eingeschränkt wurde. Aber in diesem Jahr hätten sie höhere Erträge erzielt, die das Flächenminus wettmachten, erklärte Weiterer, der auch einer der Geschäftsführer des gleichnamigen Landhandelsunternehmens in Algermissen ist.

Für Deutschland insgesamt wird eine leichte Zunahme um 0,2 Millionen auf rund 48 Millionen Tonnen vorhergesagt. EU-weit dürften die Landwirte etwa 300 Millionen Tonnen Getreide von den Feldern holen, verglichen mit 302 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. In anderen großen Anbauländern wie Russland und der Ukraine wird sogar mit deutlich größeren Ernten und damit höheren Exporten als im Vorjahr gerechnet, wie der BVA-Präsident berichtete.

Die optimistischen Ernteerwartungen in Europa setzen seit Wochen die Preise unter Druck. Dazu trägt nach Angaben von Weiterer auch eine zu erwartende „Verkaufswelle aus der Ukraine“ bei. Weil landwirtschaftliche Betriebe wegen der unsicheren politischen Lage in dem Land kaum auf Bankkredite zurückgreifen könnten, dürften sie sich über eine zügige Exportvermarktung Geld für Saatgut und Dünger beschaffen.

Die Notierungen für Weizenkontrakte an der Pariser Agrarbörse Matif seien von rund 220 Euro auf nur noch gut 187 Euro je Tonne gefallen, sagte der Landhändler. Vor einem Jahr lag der Preis für das wichtigste Getreide, an dem sich deshalb die gesamte Branche orientiert, um knapp 10 Euro höher. Zuletzt hat sich der Preisrückgang allerdings laut Weiterer verlangsamt. Nach Meinung mancher Marktbeobachter scheine jetzt „der Boden erreicht“ zu sein.

Dafür spricht, dass die USA als größter Weizenexporteur in diesem Jahr ihre Getreideflächen zugunsten eines stärkeren Maisanbaus verringert haben. Auch deshalb wird mit einem Rückgang der weltweiten Weizenproduktion um 17 Millionen auf knapp 700 Millionen Tonnen gerechnet, die gerade noch den Verbrauch decken, erklärte der BVA-Präsident. Da damit kein Aufbau der Vorratslager möglich sei, bleibe die Lage auf den Märkten angespannt.

Viele Bauern lagern daher ihre neue Ernte lieber ein und warten auf wieder anziehende Preise. Abzulesen ist das an dem geringen Anteil von Vorverträgen, die Landwirte mit Landhandel und Genossenschaften abgeschlossen haben. Weniger als 20 Prozent der neuen Ernte seien bislang kontrahiert, sagte Weiterer. Vor einem Jahr sei es fast ein Drittel gewesen. Da waren die Preise auch höher. Zurzeit liegt der sogenannte physische Preis, den die Landwirte für ihr Getreide erhalten, nur noch bei 162,50 Euro für die Tonne Weizen, vor der Ernte 2013 waren es 174,50 Euro.

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