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Wirtschaft Getreideernte fällt in Deutschland höher als erwartet aus
Nachrichten Wirtschaft Getreideernte fällt in Deutschland höher als erwartet aus
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16:27 02.09.2009
Die Weizenernte fällt in diesem Jahr besonders hoch aus.
Die Weizenernte fällt in diesem Jahr besonders hoch aus. Quelle: lni/Archiv
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Nach der trockenen und warmen Witterung im April und Mai „hat uns das sehr überrascht“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Bruno Fehse, am Dienstag in Bremen.Allerdings lägen die Preise weit unter Vorjahresniveau. Die gute Ernte habe die Preise gedrückt. So wird heute eine Tonne Roggen für 80 bis 85 Euro gehandelt, vor einem Jahr waren es 180 Euro. Weizen liegt aktuell bei 105 bis 110 Euro (Vorjahr 180). „Die Landwirte kommen wirtschaftlich mit den Erlösen nicht aus“, sagte Fehse.

Beim Raps gab es eine Ernte von knapp 6 Millionen Tonnen. Gleichzeitig seien überdurchschnittlich hohe Ölgehalte festzustellen, sagte Fehse. Bei Preisen zwischen 220 und 240 Euro je Tonne behalte Raps seine hohe Attraktivität. Die ausreichende Versorgung im Lebensmittelbereich wie auf dem Energiesektor sei gegeben, sagte Bernd Kleeschulte vom BVA-Ölsaatenausschuss. „Es gibt keine Knappheit.“ Der hohe Einsatz von Raps in Biogasanlagen hatte vor Monaten Diskussionen um eine mögliche Verknappung des Nahrungsmittels ausgelöst. „Auch Getreide soll in den Tank“, betonte Kleeschulte.

Deutschland liegt mit einem Getreideertrag von 6,9 Tonnen pro Hektar deutlich über dem Durchschnittswert aller 27 EU-Länder von knapp unter 5 Tonnen. Führendes Bundesland ist Niedersachsen mit einem Ertrag von 7,4 Tonnen. Eine Preiserholung sieht Fehse in nächster Zeit nicht. Deshalb sei zu befürchten, dass kleine Betriebe zugunsten der großen aufgeben, da diese besser mit den Erlösen zurecht kommen.

Im BVA sind 650 private Agrarunternehmen organisiert mit zusammen 50 Prozent Marktanteil. Die Vertreter hatten sich zu einer zweitägigen Mitgliederversammlung in Bremen getroffen. Daneben gibt es bundesweit 650 Genossenschaften.

lni