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Wirtschaft Genmais darf in Deutschland nicht auf das Feld
Nachrichten Wirtschaft Genmais darf in Deutschland nicht auf das Feld
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21:40 14.04.2009
Von Stefan Koch
Mais bleibt Mais: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) verbietet Genmais. Quelle: Michael Gottschalk/ddp
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Umwelt- und Naturschutzorganisationen begrüßten das Verbot. Zustimmung kam auch von der SPD: „Zunächst sollten alle Zweifel über die Umweltverträglichkeit der Maislinie ausgeräumt werden“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Dagegen warnten Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und die FDP vor einem Rückschlag für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Schavan, die wie Kanzlerin Angela Merkel als Befürworterin der Gentechnik gilt, warnte vor einem Verlust an Attraktivität für den Forschungsstandort Deutschland. Monsanto erwägt eine Klage gegen das Anbauverbot.

In Niedersachsen wurde Genmais der Sorte Mon 810 bislang auf einer Fläche von rund zehn Hektar angebaut. Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) kritisierte das Verbot aus Berlin: „Das ist kein gutes Signal für niedersächsische Betriebe.“ Auch beim Einbecker Saatguthersteller KWS zeigte man kein Verständnis für das Verbot. „Das ist ein schwerer Schlag für den Forschungsstandort Deutschland“, sagt KWS-Sprecher Henning von der Ohe. Es würden Ängste geschürt, ohne Hintergründe zu erklären. Die Opposition von Grünen und SPD im Landtag sieht sich dagegen in ihrer Ablehnung des Anbaus von genmanipulierten Pflanzen bestätigt. „Agrogentechnik ist gefährlich für Mensch, Umwelt und Landwirtschaft“, sagte Christian Meyer, agrarpolitischer Sprecher der Grünen.

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Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner legte ihrer Entscheidung zwei neue Studien aus Luxemburg zugrunde. Diese hätten gezeigt, dass Schmetterlinge, Wasserorganismen wie auch die Larven des Marienkäfers durch den Genmais bedroht seien. „Ich sehe es daher als meine Aufgabe an, tätig zu werden“, sagte Aigner. Die Gefahren für die Umwelt seien ihr vom Umweltministerium bestätigt worden.

Mon 810 ist die einzige gentechnisch veränderte Pflanze, die seit 1998 in der EU angebaut werden darf. Sie produziert ein Gift gegen den Schädling Maiszünsler. Umweltschützer befürchten, dass dadurch auch andere Insekten vernichtet werden könnten. Bis zuletzt war unklar, ob Aigner die Entscheidung noch vor der Aussaat fällen würde, die aufgrund der Witterung in den nächsten Tagen erwartet wird.

Die CSU-Politikerin steht wie ihre Partei dem Genmais kritisch gegenüber. Aigner versicherte aber, es handele sich weder um eine politische Entscheidung noch um eine Festlegung zum künftigen Umgang mit der Gentechnik