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Wirtschaft Geldautomaten in Deutschland sterben aus – Verbraucher tragen Mitschuld
Nachrichten Wirtschaft Geldautomaten in Deutschland sterben aus – Verbraucher tragen Mitschuld
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08:52 20.05.2019
Geldscheine werden an einem Bankautomaten abgehoben. Quelle: dpa
Hannover

Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland ist 2018 das dritte Jahr in Folge gesunken. Wie die „Süddeutsch Zeitung“ aus einer Studie des Analysehauses Barkow Consulting zitiert, ist im vergangen Jahr die Zahl der Bankautomaten um ein Prozent auf 57.800 zurückgegangen und in den vergangenen drei Jahren jeder 20. Geldautomat verschwunden. In der Zeit davor haben die Banken die Zahl ihrer Geldautomaten noch jährlich erhöht.

Mit dem Abbau der Geldautomaten geht auch ein Rückgang der Bankfilialen einher, der Belastungen aus der Niedrigzinsphase und einer sinkenden Nachfrage geschuldet ist. Zudem kaufen immer mehr Menschen online und heben Bargeld mit der EC-Karte an den Kassen in Supermärkten, Tankstellen, in Baumärkten, Biomärkten oder bei Discountern ab. In der Regel ist dies kostenlos möglich.

Verbraucher greifen immer öfter zur Karte

Wollen Verbraucher dazu den Service nutzen, müssen sie im Geschäft Waren für einen Mindestbetrag einkaufen. Nach Angaben des Bankenverbandes können sie ab einem Einkaufswert von 20 Euro bis zu 200 Euro abheben, bei einzelnen Anbietern sogar schon ab 10 Euro. Der Fachbegriff dafür lautet „Cash-Back“. Seit 2013 ist dieses Verfahren im Handel erlaubt. Nach Schätzungen des Handelsverbandes Deutschland wird Cash-Back in rund 20.000 Geschäften in Deutschland angeboten.

Dennoch kann dieser Trend nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verbraucher in Deutschland beim Bezahlen immer öfter zur Karte statt zum Bargeld greifen. Im vergangenen Jahr sei im stationären Einzelhandel erstmals mehr Geld per Giro- und Kreditkarte ausgegeben worden als in bar, teilte das Handelsforschungsinstitut EHI in Köln kürzlich mit.

Insgesamt zahlten die Verbraucher demzufolge 2018 bei ihren Einkäufen gut 209 Milliarden Euro per Karte - 12,4 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Dadurch stieg der Umsatzanteil der Karten auf 48,6 Prozent. Damit überholte die Karte erstmals - wenn auch nur knapp - das Bargeld.

Mindestbetrag und Gebühr für Fremdkunden

Aus den genannten Gründen werden Geldautomaten in Deutschland weniger genutzt – und damit teurer für die Bank. So liegen die Kosten für das Betreiben eines Automaten zwischen 20.000 und 25.000 Euro jährlich, wie die „Süddeutsche“ schreibt.

Die Summe hängt auch mit Kriminellen zusammen, die durch Stehlen am Bankautomaten die Kosten für Versicherungen und Instandsetzung in die Höhe treiben. Um diese aufzufangen, gibt es bei vielen Automaten beim Abheben daher mittlerweile ein Mindestbetrag von bis zu 50 Euro und eine Gebühr, wenn die Verbraucher Kunden anderer Institute sind.

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Von RND/ak

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