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Wirtschaft Gefeuerte Metronom-Chefs klagen gegen Kündigung
Nachrichten Wirtschaft Gefeuerte Metronom-Chefs klagen gegen Kündigung
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15:50 05.08.2010
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Die beiden im April fristlos entlassenen Geschäftsführer der Metronom Eisenbahngesellschaft klagen vor dem Landgericht Lüneburg gegen ihre Kündigung. Zu Prozessbeginn am Donnerstag machte der Vorsitzende Richter Klaus-Rainer Strunk bei einem Termin zur Güteverhandlung den Konfliktparteien einen Vorschlag zur Einigung, der unter anderem eine Abfindung in Höhe von jeweils 250.000 Euro vorsieht. Beide Seiten haben bis zum 2. September Zeit, darüber nachzudenken. Kommt es nicht zu einer Einigung, will das Gericht am 23. September eine Entscheidung fällen.

Das Führungsduo Henning Weize und Carsten Hein hatte das Uelzener Unternehmen vom Start 2003 an erfolgreich geleitet. Die Verträge der beiden waren zuletzt im vergangenen Jahr bis 2015 verlängert worden. Mitte April wurden sie jedoch überraschend entlassen. Gleichzeitig übernahm die Deutsche Bahn das britische Unternehmen Arriva, das über die Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE) wichtigster Gesellschafter bei Metronom ist. Hauptgrund für die Entlassung der beiden Geschäftsführer war die Kündigung eines EDV-Vertrages mit der OHE, die für das IT-Netz der Metronom-Gesellschaft zuständig war.

Weize und Hein hätten den Vertrag mit der OHE gekündigt, weil diese Software auf den Rechnern von Metronom installiert hatte, über die sie jederzeit auf Metronom-Daten hätte zugreifen oder diese gar manipulieren können, erläuterte der Anwalt der Geschassten, Peter Schrader am Donnerstag. Die Gesellschafter fühlten sich übergangen.

Rechtsanwalt Schrader bezeichnete den Vorwurf als „abwegig“, seine Mandanten hätten ihre Kündigung nur provoziert, um eine hohe Abfindung zu kassieren. Die Kündigung habe einen „faden Beigeschmack“, sagte Schrader. Medien hatten nach der Entlassung von Weize und Hein spekuliert, dass die Löhne der Metronom-Mitarbeiter dem einen oder anderen Gesellschafter zu hoch gewesen seien, und man daher auf einen Anlass gewartet hätte, die beiden Geschäftsführer loszuwerden.

Weize und Hein wollen den Vorschlag des Gerichts, der außer der Abfindung von jeweils 250.000 Euro auch ein sehr gutes Zeugnis und eine Kündigung auf eigenen Wunsch vorsieht, erst einmal „gründlich analysieren“, sagten die beiden. Der Rechtsbeistand der Bahngesellschaft wollte eine gütliche Einigung nicht mehr völlig ausschließen. Sollte die Klage gegen die Entlassung bis zum Bundesgerichtshof durch die Instanzen gehen, könnte es noch mindestens zwei Jahre bis zu einer endgültigen Entscheidung dauern, warnte Richter Strunk.

dpa