Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Frequenzauktion bringt 5,1 Milliarden
Nachrichten Wirtschaft Frequenzauktion bringt 5,1 Milliarden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:39 19.06.2015
Mobilfunkantennen können künftig weitere Frequenzbereiche nutzen. So soll das mobile Internet schneller ausgebaut werden.
Mobilfunkantennen können künftig weitere Frequenzbereiche nutzen. So soll das mobile Internet schneller ausgebaut werden.  Quelle: Daniel Reinhardt (dpa)
Anzeige
Mainz/Hannover

Für Handynutzer ist damit ein weiterer Grundstein für schnelles Surfen gelegt.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, erklärte: „Es sollte den Unternehmen möglich sein, nun zügig Investitionen in den flächendeckenden Netzausbau zu tätigen.“ Zum ersten Mal in Europa kamen bei der Versteigerung in Mainz Frequenzen aus dem Bereich 700 Megahertz unter den Hammer. Derzeit wird dieser Bereich noch vom Rundfunk genutzt - er soll in den kommenden Jahren mit der Umstellung des Fernsehens auf DVB-T2 aber freigeräumt werden. Diese Frequenzen, die sich besonders für den Einsatz in ländlichen Regionen eignen, werden nun bis zum Jahr 2019 vollständig für den Mobilfunk nutzbar gemacht.

Die Auktionserlöse der Mobilfunkauktion fließen zum großen Teil an den Bund. Dieser muss sich aber einen Betrag von 1,33 Milliarden Euro mit den Ländern teilen. Rund 60 Millionen Euro fallen dabei für Niedersachsen ab. Bis 2033 dürfen die Konzerne die Frequenzen nutzen. Während Telekom und Telefónica für die Nutzungsrechte 1,8 Milliarden beziehungsweise 1,2 Milliarden Euro zahlen müssen, war die Auktion für Vodafone mit 2,1 Milliarden Euro am teuersten. Bei einigen Frequenzblöcken bestand für die Düsseldorfer allerdings Nachholbedarf, sodass mit dem Auktionsergebnis alle Anbieter ähnlich gut mit Frequenzen ausgestattet sind.

In seltener Einmütigkeit demonstrieren die drei Bieter einen Schulterschluss in Sachen Breitbandausbau. Deutschland werde zum Vorreiter, wenn es darum gehe, das schnelle Internet in jeden Winkel der Republik zu bringen, heißt es bei Vodafone. Die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Bandbreiten von 50 Megabit rücke nun in Reichweite, sagte Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom.

Die Frequenzauktion ist Teil der Pläne der Bundesregierung, dem schnellen Internet über Festnetz und Mobilfunk auf ganzer Linie zum Durchbruch zu verhelfen. Mobile Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde sollen möglich werden und zehn Megabit für jeden Haushalt sichergestellt sein. Zudem hat die Bundesnetzagentur Bedingungen gestellt: So müssen die Netzbetreiber eine flächendeckende Versorgung von mindestens 97 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland und 98 Prozent der Haushalte bundesweit garantieren.

Doch ob beim nun anstehenden Ausbau alles so glatt laufen wird wie die Zufriedenheit nach dem Auktionsende vermuten lässt, ist fraglich. Ein Tauziehen droht etwa bei der Förderung des Breitbandausbaus durch die Bundesregierung. Von den 5,1 Milliarden Euro sollen 1,3 Milliarden Euro dafür ausgegeben werden. „Beim Einsatz der Mittel darf es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen kommen“, fordert etwa Jürgen Grützner vom Branchenverband VATM.

Wirtschaft Edeka Minden-Hannover betrogen? - Biofleisch-Affäre erreicht Niedersachsen
19.06.2015
Bernd Haase 19.06.2015
19.06.2015