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Wirtschaft Frauen fahren billiger U-Bahn – Fair oder diskriminierend?
Nachrichten Wirtschaft Frauen fahren billiger U-Bahn – Fair oder diskriminierend?
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13:17 18.03.2019
Das Ticket gibt es nur für Frauen und ist 21 Prozent günstiger als das herkömmliche Ticket. Quelle: dpa
Berlin

Mit vergünstigten Fahrkarten haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zum „Equal Pay Day“ für Aufsehen gesorgt: 21 Prozent weniger und damit 5,50 statt 7 Euro kosteten Tageskarten am Montag - aber nur für Frauen.

Neben den günstigeren Tagestickets gab es für Frauen auch billigere Monats- und Jahreskarten – die wurden jedoch nur an einem Automaten am Alexanderplatz verkauft, für bis zu 160 Euro weniger. Dort bildeten sich am Montag lange Schlangen vor den entsprechenden Verkaufsstellen.

Auch in den sozialen Medien wurde die Vergünstigung überwiegend wohlwollend kommentiert. Doch längst nicht alle Kunden sind vom Frauen-Rabatt der BVG begeistert. Armin Peter, Pressesprecher des CDU-Politikers Friedrich Merz, witterte Ungerechtigkeit:

Die Empörung hat die BVG einkalkuliert: Mit der Aktion wolle das Unternehmen Aufmerksamkeit schaffen für die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern. „Das ist Männern gegenüber nicht fair, die ganze Aktion ist nicht fair“, sagte eine BVG-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Aber darum geht es ja. Das soll keine Wohltat für Frauen sein. Uns geht es darum, auf ein Problem aufmerksam zu machen.“

Der „Equal Pay Day“ am 18. März steht symbolisch für die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen. Über alle Branchen und Berufe hinweg bestand laut Statistischem Bundesamt zuletzt ein Lohnunterschied von 21 Prozent. Frauen verdienen aber auch deshalb weniger, weil sie häufiger in Teilzeit und in schlechter bezahlten Berufen arbeiten. Rechnet man diese Faktoren heraus, verdienen Frauen für die gleiche Arbeit in Deutschland rund sechs Prozent weniger.

Zumindest für die Unternehmenskommunikation der Berliner Verkehrsbetriebe ist die Aktion ein Erfolg: Selbst internationale Medien wie die „New York Times“ und der britische „Guardian“ berichteten darüber.

Von RND/dpa/hö