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Wirtschaft Equal Pay Day 2019: Worum es geht und warum es ihn gibt
Nachrichten Wirtschaft Equal Pay Day 2019: Worum es geht und warum es ihn gibt
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21:36 18.03.2019
Noch immer ungleich: Frauen bekommen in Deutschland 21 Prozent weniger Gehalt als Männer. In Berlin rief deswegen der Deutsche Gewerkschaftsbund zu einer Kundgebung auf. Quelle: Rolf Zoellner/epd
Hannover

Die Rechnung ist so einfach, wie das Ergebnis ungerecht: Auch im Jahr 2019 bekommen Frauen in Deutschland noch immer 21 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Das ist mehr als ein Fünftel.

Rechnet man diese Lohnungleichheit in Arbeitsstunden um, ist das so, als arbeiteten Frauen die ersten 77 Tage des Jahres gratis – während ihre männlichen Kollegen schon seit dem 1. Januar bezahlt würden. Am heutigen Montag sind diese 77 Tage vorbei – es ist also „Equal Pay Day“.

Seit 2008 wird der symbolische Tag in Deutschland begangen, um darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen finanziell noch immer nicht gleich behandelt werden. Auch an diesem Montag gibt es wieder in zahlreichen Städten Aktionen, um darauf aufmerksam zu machen. So hat der Deutsche Gewerkschaftsbund in Berlin unter dem Motto „Recht auf mehr“ zu einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor aufgerufen.

Sechs Prozent weniger Gehalt – bei gleicher Arbeit und Qualifikation

Ein Großteil der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist strukturell und familiär bedingt. Frauen ergreifen häufiger als Männer schlecht bezahltere Berufe, üben zum Beispiel häufiger soziale Tätigkeiten aus – und sie arbeiten häufiger in Teilzeit.

So hat 2017 fast jede zweite erwerbstätige Frau eine Teilzeit-Stelle gehabt, bei den Männern war es nicht einmal jeder Zehnte. Das ist auch eine Folge der noch immer mangelhaften Betreuungsmöglichkeiten für Kinder.

Weniger Frauen in Führungspositionen

Zudem gibt es weniger Frauen in Führungspositionen in ihren Unternehmen. Und selbst wenn ein Mann und eine Frau denselben Beruf ausüben und gleich viel arbeiten, verdienen Frauen oft weniger. Bei vergleichbarer Qualifikation und einer ähnlichen Tätigkeit beträgt die Gehaltslücke noch immer durchschnittlich sechs Prozent.

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Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Aart de Geus, fordert deswegen mehr flexible Arbeitszeitmodelle und Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen im Beruf. „Eine führende Wirtschaftsnation wie Deutschland kann es sich nicht leisten, Verlierer zu produzieren“, schreibt er.

Großer Unterschied zwischen Ost und West

Laut dem Statistischen Bundesamt haben Frauen im vergangenen Jahr im Schnitt 17,09 Euro brutto pro Stunde verdient. Männer kamen auf 21,60 Euro. Damit ist die Lohnlücke im Vergleich zum Vorjahr übrigens nicht gesunken. Nur langfristig nimmt sie etwas ab: 2006 verdienten Frauen im Mittel noch 23 Prozent weniger als Männer.

Besonders groß war der Abstand in den alten Bundesländern. Dort verdienen Frauen sogar 22 Prozent weniger. Im Osten dagegen ist der Unterschied mit sieben Prozent deutlich kleiner. Dort brachen nach der Wende viele Industrie-Jobs weg – und damit traditionelle Berufsperspektiven für Männer.

Die kleinere Gehaltslücke im Osten lasse sich nicht mit hohen Löhnen der Frauen begründen, sondern eher mit dem großen Abstand ostdeutscher Männer zu Männern im Westen, erklärt das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Lohnungleichheit: Es geht auch anders

Dass es auch anders geht, zeigen im Übrigen Schweden oder Island. Dort arbeiten 83 und 76 Prozent der Frauen in Vollzeit, in Deutschland sind es dagegen 63 Prozent. Auch bei der Gehaltslücke befindet sich Deutschland unter den OECD-Staaten in der Schlussgruppe.

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Von Ansgar Nehls/RND/dpa

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